Schwingen
Gisler triumphiert am Herbstschwinget in Gelterkinden – Graber tritt zurück

Drei «Eidgenossen» starteten am Fest der Emotionen in Gelterkinden. Nebst dem Triumph von Bruno Gisler sorgte vor allem der Rücktritt von Matthias Graber, dem zwei alte Bekannte beiwohnten, für Gesprächsstoff.

Willi Wenger
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Matthias Graber wird nach seinem Rücktritt geehrt.

Matthias Graber wird nach seinem Rücktritt geehrt.

Willi Wenger

Der 31-jährige «Eidgenosse» Bruno Gisler aus Rumisberg hat den 1. Herbstschwinget in Gelterkinden vor 500 Zuschauern zu seinen Gunsten entschieden. Im Schlussgang bezwang er den Solothurner Lorenz Blatter nach 2:25 Minuten mit Bur, der zuvor mit fünf Siegen eine der grossen Figuren der Veranstaltung war. Im Zentrum des überaus prominenten Schwingets war allerdings ein Oberbaselbieter: Matthias Graber aus Sissach, der seinen letzten Wettkampf als Vierter beendete.

Freundschaftliches Comeback

Neben Gisler starteten zwei weitere «Eidgenossen»: Die einst zurückgetretenen Thomas Zindel (Günsberg) und Damian Zurfluh (Buckten). Sie beendeten ihr Programm als 4. (Zindel) und als 9. (Zurfluh) durchaus gut. Beide Athleten, die wie Gisler für den Schwingklub Solothurn die Zwilchhosen anzogen, starteten allerdings nicht, um in die Arena zurückzukehren, sondern einzig wegen Graber, ihrem langjährigen Freund und Trainingspartner. «Wir sind nur wegen Matthias hier. Unser Start hier im Oberbaselbiet stellt kein Comeback dar», sagte Thomas Zindel.

Viele Höhepunkte

In der Tat: Vieles drehte sich an diesem Hosenlupf um den 34-jährigen nunmehr zurückgetretenen Matthias Graber. Als Turnerschwinger hatte er dreimal Eichenlaub gewonnen. Das erste Mal vor zehn Jahren am «Basellandschaftlichen» und 2008 und 2013 am Solothurner Kantonalen. «Der Höhepunkt für mich war jedoch der Festsieg im letzten Jahr am Frühjahrsschwinget in Oberdorf und natürlich die Teilnahme am vergangenen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf».

Spass stand im Vordergrund

Am Samstag nun hat der gelernte Chemielaborant und heutige Rohstoff-Einkäufer in einem Basler Chemieunternehmen nicht auf Biegen und Brechen seine Rangierung gekämpft. «Ich habe aus Spass und Freude mitgemacht», kommentierte Graber, der am Tag vor dem Fest zum zweiten Mal Vater geworden war. Die Geburt seines Sohnes Felix war ihm deshalb viel wichtiger als eine Top-Rangierung. «Ich war aufgrund der Situation völlig ausgelaugt und habe in der Nacht vor dem Schwinget praktisch nicht geschlafen», beschrieb der glückliche Sissacher die Situation.

Grosse Emotionen

Er war am Fest von vielen Emotionen begleitet. Einerseits des Sports und der Zuseher wegen, die ihn mit viel Applaus «in Pension» schickten. Graber selbst sah man die Emotionen an, auch als er im letzten Gang seinen langjährigen Freund und Trainingspartner, Damian Zurfluh, mit dessen eigenem Spezialschwung, dem Wyberhaken, mit einer blanken Zehn ins Kurzholz bettete. «Das war schon ganz speziell, dieser Karriereschluss». Dieser war exakt um 17:21:14 Uhr Tatsache.