Schweizer Cup

Glanzlos aber verdient: Der FC Basel bezwingt Winterthur mit 1:0 und steht im Cup-Viertelfinal

Was für tolle Cup-Fights haben sich Winterthur und Basel in den vergangenen Jahren geliefert! Emotionen, Spektakel und umstrittene Entscheide - da fehlte eigentlich nichts. Das vierte Duell der Teams seit 2012 bleibt diesbezüglich jedoch einiges schuldig. Am Ende entscheidet ein Kopfballtor von Silvan Widmer die Partie zugunsten des FCB.

Jonas Omlin begräbt den Ball unter sich. In diesem Moment ist der Nummer 1 des FC Basel bewusst: Wir werden heute gewinnen. Es ist die 87. Minute, Luka Sliskovic hat eben einen guten Schuss abgegeben, etwas zu zentral vielleicht. Aber der FC Winterthur hätte es verdient gehabt, in dieser Phase des Spiels den Ausgleich zu erzielen.

Den FCB in die Verlängerung zu zwingen. Aber es klappt nicht. «Es hat nicht sollen sein», kommentiert der Stadion-Speaker in der ausverkauften Schützenwiese kurz nach Schluss. Aber auch er weiss: Heute wäre vielleicht mehr drin gewesen gegen diesen offensiv doch gar ideenlosen und harmlosen FC Basel.

Doch am Ende nutzt dieser eben im Gegensatz zum Gastgeber eine seiner Chancen. Einen Eckball von Kevin Bua bringt Silvan Widmer in der 53. Minute mit dem Kopf im Tor von Raphael Spiegel unter. Es ist das erste Tor des Rechtsverteidigers in seinem zwanzigsten Einsatz für den FCB.

Wie erwartet

Aber von Anfang an. Der Cup-Achtelfinal zwischen Winterthur und dem FCB, zwischen dem Dritten der Challenge League und dem Zweiten der Super League, entwickelt sich genau so, wie es im Vorfeld zu erwarten war. Das unterklassige Winterthur überlässt den grössten Teil des Feldes dem Gast, ebenso wie die Mehrheit des Ballbesitzes.

Der FCB taucht zwar bereits nach acht Minuten und einem schönen Doppelpass zwischen Blas Riveros und Albian Ajeti ein erstes Mal vor dem Tor auf, nützt im Vergleich zum Spiel gegen GC am Wochenende die frühe Chance aber nicht. Im Gegenteil.

Die Basler spielen sich in der ersten Halbzeit zwar einige Möglichkeiten heraus, wirkliche Gefahr erzeugen sie mit diesen aber nie. Immer fehlen ein paar Meter oder Zentimeter, immer ist die letzte Überzeugung nicht zu erkennen. Die Offensive der Basler hinterlässt im ersten Durchgang einen uninspirierten Eindruck.

Keine Wechsel in der Startelf

So müssen die Zuschauer bis zur 52. Minute warten, um einen gefährlichen Abschluss der Basler sehen zu können. Fabian Frei schlenzt einen Ball in Richtung Tor. Spiegel wehrt ab, es gibt Eckball. Ein erstes Mal deutet der FCB an, dass er dieses Spiel gewinnen will und begriffen hat, dass es dazu mehr braucht als das Gezeigte der ersten 45 Minuten.

Die Basler, in Top-Besetzung und der exakt gleichen Mannschaft angetreten wie am letzten Samstag, scheinen nach Freis Willensleistung wachgerüttelt. Die aus Freis Chance resultierende Ecke zirkelt Kevin Bua auf den Kopf von Silvan Widmer, der am höchsten springt und sein Team 1:0 in Führung bringen kann. «Ich will am liebsten in jedem Spiel ein Tor machen. Schön hat es jetzt geklappt.»

Noch am Dienstag hatte FCB-Coach Marcel Koller gesagt, man wolle an die Leistung gegen GC anknüpfen. Dort zauberte der FCB inert elf Minuten drei Tore aufs Parkett. Wer nach dem 1:0 nun auf eine ähnliche Reaktion hoffte in diesem Cup-Fight gegen Winti, der wurde enttäuscht. Statt umgehend nachzulegen, ziehen sich die Basler zurück.

Die Null gehalten

Winterthur wird zunehmend zwingender, aufsässiger und ist näher dran am Ausgleich als der FCB an einem zweiten Tor. Silvan Widmer, der Torschütze, muss denn auch in der 63. Minute mit einer Grätsche das schlimmste verhindern. In letzter Sekunde haut er den Ball vor Luca Radices Füssen weg.

Wie sich ein Ausgleich auf das Spiel ausgewirkt hätte, kann nur spekuliert werden. Wer den FCB der letzten Tage und Wochen kennt, weiss aber, dass sich wohl eine unmittelbare Verunsicherung breitgemacht hätte. Aber so weit kommt es nicht.

Dem FC Winterthur um ihren Captain und Ex-FCB-Spieler Davide Callà gelingt kein Tor mehr – trotz zweier weiterer, guter Chancen in den Schlussminuten. Der FCB kann die Null halten. «Das freut mich fast noch mehr, dass wir hinten keinen bekommen haben, weil wir das seit ein paar Wochen nicht mehr geschafft haben», sagt Widmer. Tatsächlich ist es wettbewerbsübergreifend das erste Mal seit Ende August und dem Cup-Spiel gegen Montlingen. 

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