Gigathlon

Goldwurst-Power überzeugt trotz erschwerenden Umständen

Das «improvisierte» Goldwurst-Power Team beim diesjährigen Zieleinlauf nach langen Strapazen.

Das «improvisierte» Goldwurst-Power Team beim diesjährigen Zieleinlauf nach langen Strapazen.

Das Goldwurst-Power Team steckte am diesjährigen kurzfristige Umstellungen aufgrund von Verletzungen und Abwesenheiten weg und klassierte sich im sechsten Schlussrang.

Es ist bereits Tradition, dass Goldwurst-Power am Gigathlon präsent ist und so wurde auch für dieses Jahr wieder ein Team of Five gemeldet. Das Projekt drohte allerdings bereits im Vorfeld zu scheitern, weil zwei Athleten durch Verletzungen ausfielen und die Schwimmerin sich für einen Weltcupeinsatz qualifizieren konnte, was natürlich Vorrang genoss. Zwei Wochen vor dem Start wurde alles unternommen um doch noch ein Team auf die Beine zu stellen.

Vom ursprünglichen Team blieb die Top-Inlinerin Sabrina Rossow. Sie war schon mehrmals dabei und findet den Anlass so grossartig, dass auch die weite Anreise aus Weimar sie nicht an einer Teilnahme hindern konnte.

Célestine Zimmermann sprang für ihre Trainingspartnerin ins Wasser und sammelte erste Erfahrungen im offenen Gewässer. Jan Schär wurde vom Bike auf das Rennvelo umgesetzt, damit Katrin Leumann die Bikestrecke unter die Räder nehmen konnte. Um einen Läufer musste das Team lange bangen. Doch mit Sascha Gwerder sprang sogar ein Einheimischer ins Boot.

Das Hauptquartier des Gigathlons 2016 befand sich in Erstfeld von wo es am Samstag zum Start ins Tessin ging. Die Schwimmerin und die Inlinerin machten sich im Morgengrauen auf den Weg nach Tenero. Und die Hiobsbotschaft liess nicht lange auf sich warten. Wegen einem Gewitter im Tessin konnten die Schwimmer nicht ins Wasser gelassen werden und so mussten sie als Ersatz einen Lauf über elf Kilometer bewältigen. Célestine Zimmermann begab sich somit auf ihren ersten Wettkampf zu Fuss. Mit einer kämpferischen Leistung und viel Muskelkater bewältigte sie die ungewohnte Disziplin und übergab an 288. Position an Sabrina Rossow. Unheimlich geschickt flitzte sie mit ihren Rollen unter den Füssen über die Magadino Ebene. «Es war abenteuerlich. Auf den 40 Kilometern hatten wir nebst einem Fussballfeld auch noch eine Treppe zu bewältigen, was für Inliner doch eher ungewohnt ist», meinte Sabrina. Mit der drittbesten Zeit brachte sie das Team bis auf den 50. Rang nach vorne.

Katrin Leumann übernahm in Biasca den Zeitmesschip und führte das Rennen auf dem Bike fort. Es standen nur wenige Bikerinnen in der Wechselzone, denn bei den 5er-Teams werden die zwei Pflicht-Frauen meistens beim Schwimmen und Inlinen eingesetzt, da es dort zeitmässig am wenigsten zu verlieren gibt. Doch Leumann liess sich nicht daran hindern in die Männerdomäne einzubrechen. Mit einem guten Rhythmus bewältigte Leumann die 48 Kilometer und 1900 Höhenmeter nach Airolo erstaunlich schnell und übergab bereits an 9. Stelle an Jan Schär. Mit dem Rennrad ging es weiter über Nufenen und Furka nach Göschenen. «Den ersten Pass bin ich hochgeflogen, danach musste ich dem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen», erklärte Jan in der Wechselzone. Mit seinem Effort brachte er das Team bis auf den 6. Rang nach vorne. Sascha Gwerder, der Bergläufer, begab sich auf ungewohntes Terrain. Von Göschenen ging es mehrheitlich hinunter nach Erstfeld, ihm wäre die umgekehrte Richtung natürlich lieber gewesen. Den 6. Rang konnte er aber sicher nach Hause rennen und damit den ersten Tag abschliessen.

Am Sonntag wurde nun planmässig im Wasser gestartet. Da das Wasser jedoch noch zu frisch war, wurde die Strecke auf 1.5 Kilometer gekürzt. Célestine fiel ein Stein vom Herzen, dass sie nicht mehr die Laufschuhe schnüren musste und nun in ihrem gewohnten Element agieren konnte. Sie hatte sich gegen viele Ellenbogen durchzusetzen, starteten doch weit über 200 Teams zum zweiten Tag. Etwas durchfroren stieg Célestine nach 24:34 Minuten aus dem Wasser und schickte die Inlinerin auf weitere 22 Kilometer. Einmal mehr spielte Sabrina ihr Können aus und stellte mit einer hervorragenden Leistung Bestzeit auf. Weiter ging es mit dem Rennvelofahrer. Von Erstfeld ging es ein erstes Mal über den Klausenpass nach Linthal. Nach einer Wende im Dorf und dem kurzen Besuch im Kanton Glarus ging es gleich ein zweites Mal über den Klausenpass wieder zurück nach Erstfeld. Mit 103 Kilometer und 2800 Höhenmeter stellte auch am Sonntag diese Disziplin die sogenannte Königsetappe dar.

Passend zum Wetter, welches sich nach erstaunlich viel Sonnenschein wieder grau und nass zeigte, wurde auf die Bikestrecke gewechselt. Katrin Leumann musste einmal die Eggberge umrunden. Zuerst ging es auf der Südflanke hinauf bis auf 1800 Meter über Meer. Der höchste Punkt war nach 26 Kilometern beim Grossen Felschsee erreicht. Durch den Nebel blieb den Athleten der schöne Blick über den Vierwaldstättersee verwehrt. Auf breiten und steilen Kieswegen ging es wieder hinunter nach Altdorf und auf der Fläche zurück nach Erstfeld. Katrin bewältigte die 45 Kilometer erneut mit der elften Zeit unter allen Bikern und übergab an 6. Stelle an den Schlussläufer. Sascha Gwerder kämpfte sich über den flachen Halbmarathon. «Ich war schon ziemlich nervös. Ich wollte natürlich den 6. Rang nach Hause bringen, fühlte mich aber auch in der Fläche nicht ganz so wohl», schilderte Sascha sein Befinden. Erleichtert kam er dann mit einem guten Vorsprung auf die Verfolger in Richtung Ziel, wo er von seinem Team auf den letzten Metern begleitet wurde.

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