Leichtathletik
«Grosse Freude, dass Laura auch da ist»

Den Abgottspon-Schwestern Laura und Sandrine glückte am Jungfrau-Marathon eine eindrückliche Premiere.

Jörg Greb
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Die Abgottspon-Schwestern Sandrine (links) und Laura bejubeln ihren Zieldurchlauf.

Die Abgottspon-Schwestern Sandrine (links) und Laura bejubeln ihren Zieldurchlauf.

ZVG

Gäbe es am Jungfrau-Marathon eine Kategorie U25, würde sich auf dem Frauen-Podest-Bild Erstaunliches präsentieren: Platz 1 für Sandrine und Platz 2 für Laura Abgottspon. Ein Ebenbild, nicht nur zwei Schwestern, sondern zwei eines Drillingpaares. Doch weil beim bedeutendsten Schweizer Bergmarathon die bis 30-Jährigen in einer Kategorie zusammengefasst sind, ist dieses Siegerbild Illusion – und es ist gut so. Hand in Hand nämlich erreichten die Schwestern die Ziellinie ob der Kleinen Scheidegg: Siegerinnen sollten beide sein, denn rein auf Zufall basierte das Klassement: Platz 29 für Sandrine und Platz 31 für Laura und dazwischen nochmals zufällig eine weitere Läuferin – bei den W30.

Gemeinsam Richtung Ziel

Ein Paarlauf ist der erste Bergmarathon für die beiden 24-Jährigen aus Büren im Schwarzbubenland allerdings nicht gewesen. «Wir liefen nur die ersten zwei, drei Kilometer zusammen», sagten sie. Einen Bruchteil also der 42,195 km mit den 1829 Höhen- und 305 Gefällmetern.

Sodann verabschiedete sich Sandrine und holte bis zur Streckenhälfte mehr als drei Minuten auf Laura heraus. Im Steilen aber vermochte die vorsichtig Startende Psychologiestudentin den Abstand wieder zu reduzieren. Und nach 38 km und fast vier «getrennten» Rennstunden trafen sich die Blicke der beiden Schwestern wieder. «Ich erkannte Sandrine eine Wegkehre vor mir», beschrieb Laura. «Mich erfüllte eine grosse Freude, dass Laura auch da ist», sagte Sandrine. Sie winkten sich zu, und in diesem Augenblick war es für beide klar, dass sie die Ziellinie gemeinsam überqueren würden.

Unter 5 Stunden

Nach 4:47:29, resp. 4:47:30 Stunden war es so weit. Eine riesige Freude machte sich breit. Doppelt. «Wir haben unsere Unter-5-Stunden-Zeit klar erreicht», bilanzierten sie, «und das Erlebnis Jungfrau-Marathon war ein richtiger Genuss.» Ihnen fiel auf, dass es «wie ein anderer Kampf mit sich selber darstellte, als bei einem Rennen über 10, 15, 21 Kilometer.» In diesem Augenblick spielte auch die Tatsache, dass die Vorbereitung nicht optimal gewesen war, keine Rolle mehr.

Ein 24-Stunden-Radrennen, vier Wochen zuvor, hatte den beiden LSV Basel-Mitglieder kein ideales Lauftraining ermöglicht. «Wohl läge noch mehr drin mit spezifischerem Training, sprich einer grösseren Anzahl an Laufkilometern», sagten beide.

Schwester per Live-Ticker dabei

Auf ihre Weise mit von der Partie war auch Drillingsschwester Chantal. Sie, die Nationalteam-Wildwasserkanutin, musste wegen anderer Prioritätensetzung in ihrer Sparte auf den Jungfrau-Marathon verzichten. Elektronisch war sie dennoch mit dabei, verfolgte das Rennen von ihren Ferien aus via Liveticker und gehörte sodann zu den ersten Gratulanten.