«Ein Stürmer wie Karim Chentouf fehlte uns heute», erklärte OB-Sportchef Rafet Öztürk und meinte damit den bulligen Nyon-Stürmer. Zwar hatte Chentouf nicht wahnsinnig viele Torchancen, aber war mit seinen 1.87 und einem ordentlichen Kampfgewicht halt doch präsent in der Offensive.

Das Traurige an der Geschichte: OB hatte respektive hätte einen solchen Stürmer, nämlich Karim Barry. Und im Gegensatz zu Chentouf traf dieser auch. Keine zehn Minuten waren gespielt, als Barry eine Hereingabe Mergim Ahmetis nutzte und die Führung für die Old Boys erzielte. Doch die Aussage Öztürks impliziert bereits, dass OB’s Neuner nicht durchspielen konnte; eine Rippenprellung zwang Barry zur Aufgabe in der 25. Minute.

«Das ist sehr bitter für mich, es ist bereits die zweite Verletzung in diesen ersten fünf Rückrundenpartien», ärgerte sich der Stürmer. OB liess sich dadurch nicht beirren. Chancen waren zwar auf beiden Seiten Mangelware, aber immerhin liessen die Basler den Ball gut laufen. 

«Wie eine Niederlage»

Und dann kam das 1:1 – aus dem Nichts und dazu noch punktgenau mit dem Pausenpfiff. Besnard traf nach einem Eckball mit einem Schuss aus rund 15 Metern «Die Jungs kamen danach in die Garderobe, als ob wir gerade verloren hätten, dabei war ja noch alles offen», meinte Trainer Aziz Sayilir, «wir mussten uns nach der Pause wieder fangen und ‚verloren‘ so etwas Zeit.»

Ausser einer guten Möglichkeit von Valente nach einer guten Stunde, als der Flügel von der Seite das Tor nicht traf, war von den Waadtländern in der zweiten Hälfte insbesondere im OB-Strafraum wenig bis gar nichts zu sehen. Die Gelbschwarzen hingegen überzeugten in der Schlussphase. Insbesondere Valentin Mbarga und Artan Shillova – beide Akteure waren im letzten Halbjahr in unteren Ligen aktiv – konnten sich gut ins Szene setzen, es fehlte jedoch in den entscheidenden Aktionen an Entschlossenheit.  

Der Abstiegskampf ist lanciert

«Schliesslich fehlte uns einfach das Abschlussglück, aber wir sind auf dem guten Weg», fasste Aziz Sayilir die Leistung gegen Nyon und auch die allgemeine Verfassung der Old Boys zusammen. Aber der Abstiegskampf ist wieder lanciert, denn sowohl Schlusslicht Tuggen, wie auch das zweitletzte United gewannen ihre Partien.

Somit hat OB nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. Auch Sportchef Öztürk ist sich der Lage bewusst: „Es wird bis zum letzten Spieltag eng, das wissen wir.“ Die letzten acht Teams trennen nur acht Punkte, es kann also schnell gehen in der Promotion League. Um oben zu bleiben, müssen die Old Boys nicht nur gute, sondern eben auch hervorragende Leistungen abrufen. Das Potential dazu hat das Team von Aziz Sayilir auf jeden Fall.