Nach 13 Minuten stand es 23:32! Eigentlich unfassbar, denn das einst «Grande Lugano» hat im letzten Jahrzehnt in eigener Halle so viele Matches verloren, dass man hiefür keine zwei Hände benötigt. Heuer ist es jedoch «nur» noch ein gutes Lugano, das zudem ohne Travis Watson (34, 204cm) auskommen muss. Der Amerikaner, einst bester Rebounder in der «Königsklasse» (Euro League), ist verletzt – oder spürt die vielen Schlachten auf den wirklich grossen europäischen Basket-Courts.

Die Starwings können derzeit gegen sieben oder acht Nationalliga-A-Rivalen nicht konkurrenzieren. Ob dies die Vereinsverantwortlichen, Klubtechniker oder Akteure nun hören wollen (oder eben eher nicht) – es entspricht einer Tatsache. Wenn Lugano, «locker vom Hocker», in 27 Minuten ein Teilzeit-Skore von 69:31 erzielt, sind das Unterschiede, die Fragen aufwerfen. Und dies, obwohl lokale Medienschaffende ein schwaches Lugano gesehen haben wollten…

Resultate sind zweitrangig

Beim Gast fing es beim Spielmacher Lorenza Ross an, der alles ist – nur kein Denker und Lenker der jungen, unerfahrenen und sich schnell auflösenden Equipe. Der Amerikaner verlor das Direktduell gegen seinen Antipoden und Landsmann Dominique Rambo um Welten. Einziger Lichtblick bei den «Wings» ist derzeit Branislav Kostic – und mit Abstrichen Topskorer Murphy Burnatowski, der solide Skorerpunkte liefert. Ein Devente Upson ist in der Zone auf sich alleine gestellt und spielt zudem seit Wochen mit Blessuren – Alternativen verfügt Trainer Roland Pavloski keine. Denn was von der Bank aufs Feld muss, ist heillos überfordert.

Aber die Resultate sind in dieser Saison sekundär. Diese Spielzeit muss dazu dienen, die Saison 2016/17 aufzugleisen. Denn mit der Promotion von zwei «Grossen» aus der Romandie (tendenziell Nyon und Vevey, möglich sind auch Lausanne und Pully) werden die drei Deutschschweizer Klubs gefordert sein. Diese dürfen derzeit unter sich den letzten Playoff-Kandidaten «auschäsen» – mit Vorteil Starwings, das Winterthur (zweimal) und Luzern (einmal) geschlagen hat.

Aber mit Leistungen wie im Cup gegen Boncourt, am Freitag gegen Monthey und heute Sonntagnachmittag in Lugano läuft man Gefahr, im Januar 2016 in den Heimspielen gegen Boncourt, Central Luzern und SAM Massagno (drei Partien, die der Trainer als entscheidend für die Playoffs deklariert hat) überfordert zu sein…