«Diese Niederlage ist so unnötig», ärgerte sich Arjan Peço. Dann korrigierte sich der Basler U21-Trainer und sagte «Unentschieden». An seiner Gefühlslage änderte dieses Detail aber nichts, er war sauer, dass seine Mannschaft in der 93. Minute den Treffer zum 2:2 kassiert hatte. Nach einem 60-Meter-Abschlag von FCZ-Goalie Calvin Heim liessen die Rotblauen den Ball kurz vor dem Sechzehner aufspringen, dann waren sich Veriano Vogrig und Ylber Lokaj uneins, wer befreien sollte. Der soeben eingewechselte Gästestürmer Guiherme Furrer profitierte davon und erzielte den umjubelten Ausgleich. 

Die Stimmung beim Heimteam war nach dem Schlusspfiff entsprechend im Keller. An den positiven Aspekten – man hatte ein Chancenplus gehabt und einen zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand gedreht – wollte sich keiner aufrichten. Lokaj liess sich gar zu einer unpassenden Bemerkung in Richtung von Schiedsrichter Stefan Horisberger hinreissen und sah noch die rote Karte.

Im ungewohnten System

Weil Dimitri Oberlin und Afimico Pululu im Nachwuchs in der Promotion League Matchpraxis sammeln sollten, starteten Basler im ungewohnten 4-4-1-1-System. Dennoch kamen sie zu einigen guten Möglichkeiten. «Wir hätten in der ersten Halbzeit in Führung gehen müssen», fand nicht nur Peço. Doch weil beim Duo Oberlin/Pululu oft auf eine gute Aktion unmittelbar darauf in der Regel eine falsche Entscheidung folgte, stand es zur Pause noch 0:0. 

Kurz nach dem Seitenwechsel kam es noch schlimmer für die Peço-Elf, als Verteidiger Yves Kaiser eine scharfe Hereingabe unhaltbar für Keeper Niklas Steffen ins eigene Tor ablenkte. Die Zürcher standen in der Folge deutlich sicherer als noch im ersten Umgang, sodass es lange dauerte, bis Rotblau wieder zu Chancen kam. Schliesslich gelang Tician Tushi in der 79. Minute der Ausgleich. Und als drei Zeigerumdrehungen später Kaiser nach einem Corner von Leonardo Gubinelli am ersten Pfosten per Kopf zur Stelle war, war das Heimteam wieder obenauf und hatte die Partie komplett im Griff – jedenfalls bis zur verhängnisvollen 93. Minute ...

Viertes Remis im fünften Spiel

Ebenfalls nicht wirklich glücklich dürfte man beim FC Black Stars mit dem 1:1 bei der U21 des FC Luzern gewesen sein. Für die in dieser Saison immer noch ungeschlagenen Basler war es das vierte Remis in den letzten fünf Spielen.

Die Konkurrenz hatte deswegen erstmals die Chance gehabt, am Leader vorbeizuziehen, doch sowohl Biel (2:2 gegen Goldau) als auch Solothurn (2:2 in Delémont) nutzten sie nicht, sodass die Black Stars weiterhin in der 1.-Liga-Gruppe 2 die Tabelle anführen. 

Positives Unentschieden für die Old Boys

Nur knapp über dem Strich stehen dagegen die Old Boys, die zu Hause gegen Zug 94 zu einem 2:2 kamen. «Das Unentschieden geht in Ordnung. Beide Teams verfügen über ein ähnliches Leistungsvermögen – das hat man auch auf dem Platz gesehen», erklärte Aziz Sayilir. Der OB-Trainer war bei nasskalten Temperaturen von vier Grad auf der Schützenmatte vom Gebotenen nicht gerade erwärmt worden, sparte aber mit Kritik: «Ich habe mich entschieden, das Positive zu sehen. Meine Mannschaft hat zweimal einen Rückstand aufgeholt und nach zwei Niederlagen wieder gepunktet.“»

Nach einem Pausenrückstand waren die Gelbschwarzen etwas zielstrebiger aufs Feld zurückgekehrt. Topskorer Sidy Dieng glich per von Marius Blatter herausgeholtem Elfmeter aus (61.). Im Zehn-Minuten-Takt fielen die weiteren Treffer: Erst zirkelte Nicola Peter einen Freistoss über die Mauer zum 1:2 ins Netz, dann stellte sich Joker Michael Mihaye im Luftduell geschickter an als zwei Zuger plus Goalie Mario Pastore und besorgte den Endstand.