Handball
Ein erklärbarer Fehlstart: Warum der RTV Basel schlecht in die Saison startete

Der RTV Basel hat nach vier Spielen noch keinen Punkt auf dem Konto. Doch weder Spieler noch Trainer werden momentan nervös. Das sind die Gründe für den missglückten Saisonstart.

Esteban Waid
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Der RTV Basel findet in der gegnerischen Abwehr noch zu selten die Lückte.

Der RTV Basel findet in der gegnerischen Abwehr noch zu selten die Lückte.

Juri Junkov / bz Zeitung für die Region

Der Saisonstart ist den Handballern des RTV Basel nicht gelungen. Nach vier Spielen stehen sie noch ohne Punkt da, und die vor Saisonbeginn beschworene Aufbruchstimmung scheint verpufft. Das Ziel war, die Playoffs möglichst ohne Bangen zu erreichen. Aber ist das Ziel schon in Gefahr? Wir haben uns angeschaut, was die Gründe für das RTV-Tief sind und was man von der Mannschaft in den nächsten Wochen erwarten kann.

Erstens: Ein komplizierter Spielplan

Zum Saisonstart bekamen die Realturner eine machbare Aufgabe zugelost. Gegen GC Amicitia Zürich verloren die Basler nur knapp mit 28:30, am Ende durch eigene Fehler und Strafen. Danach schlug der Spielplan aber mit voller Wucht zu – Winterthur, Schaffhausen und Kriens-Luzern, die drei Spitzenteams aus dem Vorjahr. Trainer Vicente Ike Cotrina erklärt:

«Wir müssen realistisch und geduldig sein. Drei der vier Gegner kämpfen um den Titel, das sind nicht unsere Gegner.»

Und Torwart André Willimann machte zuletzt klar, dass es nach diesen Duellen schwierig sei zu sagen, wo die Mannschaft aktuell steht. «Wir müssen schauen, dass die Abstimmung gegen die Teams stimmt, gegen die wir entsprechende Chancen haben», sagte der Torwart nach der Pleite gegen Schaffhausen.

Zweitens: Ein neuer Trainer, ein neues Konzept

Seit dieser Saison steht bei den Basler Handballern mit Cotrina ein neuer Trainer an der Seitenlinie, der eine neue Spielphilosophie mitgebracht hat. Schon vor der Saison machte Cotrina im Gespräch klar, dass die neue Spielweise Zeit brauche, bis seine Spieler sie verinnerlicht haben. Dass die Spielweise mittlerweile schon besser funktioniert als noch zu Saisonbeginn, zeigt sich auch in den Ergebnissen. Nach der 22:35-Schlappe gegen Winterthur folgte zwei Spiele später eine knappe 26:28-Auswärtsniederlage bei Kriens-Luzern. Nervosität ist deswegen bei Trainer Cotrina trotz der fehlenden Punkte nicht angesagt: «Wir haben einen Plan, und dieser sollte flexibel genug sein, um ihn für diese Situation zu adaptieren. Wenn wir den Plan jetzt ändern, werfen wir die gute Arbeit der vergangenen Monate weg», sagt der Spanier.

Drittens: Verletzungen erschweren die Arbeit

Ein weiteres Problem ist das Lazarett der Realturner. Mit Dennis Krause, Jannis Voskamp, Aliaksei Khadkevich und Marus Basler fehlen wichtige Spieler. Captain Igor Stamenov und Neuzugang Jorge Paban trainieren aktuell ebenfalls nicht, für das Spiel am Wochenende gegen Suhr Aarau könnte es aber wieder reichen. Und auch der zweite Neuzugang, Oliver Mauron, konnte wegen Rückenproblemen nur limitiert trainieren und spielen. Trotzdem verpasste der RTV den Sieg gegen Kriens-Luzern nur knapp. «Wir haben am Wochenende gesehen, dass wir – wenn wir zusammenspielen und eine Mannschaft sind – auch mit fünf fehlenden Spielern mit einer der besten Mannschaften konkurrieren können», erklärt Cotrina.

Viertens: Kein Glück in entscheidenden Momenten

Nebst dem Pech hat der RTV auch fehlendes Glück. Zweimal schnupperte er gegen GC und Kriens am Punktgewinn. Spiele, die er mit etwas Glück und mehr Disziplin gewinnen kann. Im Nachhinein sind es zwar verlorene Punkte, sie zeigen aber auch, dass die Basler konkurrenzfähig sind. Mit etwas Spielglück und weniger Pech bei den Verletzungen ist es nur eine Frage der Zeit, bis der RTV seine ersten Punkte holen wird.

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