Handball

Handballer Florian Goepfert: «Dafür lohnt die Schinderei»

Für Florian Goepfert (in Orange, hier gegen Montpelliers Weltstar Karabatic) jagt ein Hightlight das nächste.

Für Florian Goepfert (in Orange, hier gegen Montpelliers Weltstar Karabatic) jagt ein Hightlight das nächste.

Ein Jahr ist es her, da zeigte Florian Goepfert vor ein paar Hundert Handballfans sein Können. Mit dem RTV Basel kämpfte er um den Klassenerhalt in der Nationalliga A. Inzwischen kennt der 20-jährige Binninger auch eine ganz andere Welt.

Mit den Schaffhauser Kadetten sorgte er jüngst für Furore in der Champions League. In der Nationalmannschaft gehörte er zu den herausragenden Spielern, als die Schweiz vor 3300 Zuschauern in Minsk gegen Weissrussland unterlag.

Doch noch mehr Emotionen löste der Auftritt in Montpellier aus. Klar, die Enttäuschung nach dem Aus stand auch dem Linksaussen ins Gesicht geschrieben. «Auf der anderen Seite aber war es auch ein unglaubliches Erlebnis, das grösste meiner bisherigen Karriere», betont er. Knapp 9000 Fans verwandelten die Halle in einen Hexenkessel, sorgten für einen ohrenbetäubenden Lärmpegel.

«Alles habe ich gar nicht mitbekommen. Wenn ich auf dem Feld stehe, höre ich nur, dass es extrem laut ist», sagt Goepfert. Doch schon das Spektakel, wie die Franzosen das Handballspiel zelebrierten, vom Einlaufen, über die Vorstellung, bis zur Verabschiedung der Spieler, das ging Goepfert unter die Haut.

«Dafür lohnt sich die ganze Schinderei mit dem täglichen Training», betont er. Da werde der Handball fast schon zur Nebensache. «Da kommen ein paar Tausend einfach, weil es eine tolle Show ist, man feiert miteinander, geniesst das Erlebnis», sagt Goepfert. Ähnlich wie sich beim FC Basel ein Teil der Besucher einen schönen Nachmittag in der VIP-Loge bei Cüpli gönnt, haben andere ihren Spass in der Muttenzer Kurve.

Montpellier soll für Goepfert keine Eintagsfliege bleiben. Nach einer Weltklasse-Leistung im Hinspiel bot er in Südfrankreich eine solide Vorstellung. «Ich lerne aus solchen Spielen natürlich, ich muss noch ruhiger, überlegter im Abschluss werden», betont er. Allerdings zeigt er in seiner ersten Saison bei einem Spitzenteam schon mehr als nur gute Ansätze. Doch Goepfert will mehr, am liebsten Woche für Woche solch ein Spektakel. Und deshalb arbeitet er hart, dass Schaffhausen nur eine Zwischenstation bleibt. Die Bundesliga ist schliesslich sein Ziel.

Meistgesehen

Artboard 1