Die Ausgangslage vor der Partie war klar: Die SG Basel Regio, die derzeit in der Finalrunde der höchsten Schweizer Spielklasse spielt, ging als klarer Favorit ins Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft von Zug. Doch so einseitig, wie es die Papierform hätte vermuten lassen, war das Geschehen in der Halle nicht – im Gegenteil.

Time Out nach 3:6

Geschlagene sieben Minuten dauerte es, bis in der Sporthalle in Zug der erste Treffer fiel. Überraschenderweise waren es die Aussenseiterinnen, welche in Führung gingen und diese in der Folge ausbauten. Beim Stande von 3:6 nach 15 Minuten wurde es Basel-Regio-Trainer Thomas Mathys zu bunt. Er nahm ein Time Out. «Wir haben den Start völlig verschlafen. Ich wollte, dass wir in der Defensive hart und präsent agieren und im Angriff einfach spielen. Doch die Spielerinnen machten genau das Gegenteil», fand Mathys klare Worte.

Hartnäckige Zugerinnen

Doch seine Instruktionen zeigten nicht die gewünschte Wirkung. Den Baslerinnen fehlte die Präzision im Abschluss und hinzu kam, dass die Zuger Schlussfrau Andrea Widmer immer wieder mit tollen Paraden auftrumpfte. Gegen Ende der ersten Hälfte kam Basel Regio langsam besser ins Spiel und schaffte kurz vor der Pause noch den 11:11-Ausgleich.

Wer nach der Pause einen Sturmlauf der Baslerinnen erwartete hatte, wurde enttäuscht. Die Zugerinnen leisteten nach wie vor erbitterten Widerstand, kämpften um jeden Ball und hielten das Spielgeschehen offen. Die Sensation lag in der Luft, vor allem als die Baslerinnen 10 Minuten vor Schluss beim Stand von 21:21 in Unterzahl agieren mussten. Trainer Mathys tigerte an der Seitenlinie auf und ab, auch die Basler Bank war angespannt. Doch just in dieser heiklen Situation liessen die Favoritinnen ihre Klasse aufblitzen. Gleich drei Tore erzielten sie in Unterzahl. Dieser kleine Zwischenspurt reichte, um die Zugerinnen bis zum Ende auf Distanz zu halten. 27:24 siegte Basel am Ende, doch die Leistung von Mathys Team war nicht überzeugend.

«Typisches Cupspiel»

«Es war ein typisches Cupspiel. Zug spielte gut und hätte bezüglich Willen und Einsatz sogar den Sieg verdient. Schlussendlich bin ich einfach froh, dass wir durchgekommen sind», bilanziert der Trainer. Er haderte jedoch sowohl in den Schlussminuten als auch kurz nach dem Abpfiff mit der Leistung der Schiedsrichter. «Das waren teilweise wirklich krasse Fehlentscheide», monierte Mathys.

Die Basler kamen in Zug mit einem blauen Auge davon, wissen aber auch, dass eine solche Darbietung in der Final Four nicht reichen wird. «Dort sind wir klare Aussenseiterinnen, aber mit der Teilnahme haben wir unser Ziel erreicht. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe», so Mathys.