Gegen den grossen Favoriten Zug, seines Zeichens Leader der Premium League, mussten die Frauen der HSG Leimental im Viertelfinal des Schweizer Cups hartes Brot essen.

«Man muss sich in einem solchen Spiel über jede Parade freuen, die gelingt», sagte Manuela Hiestand, die in der 1. Halbzeit im Tor stand. «In einem solchen Spiel hat man nichts zu verlieren. Wir sind glücklich, dass wir im Cup überhaupt so weit gekommen sind», meinte Lia Steiner am Ende dieses Spiels, in welchem sie nach der Pause den Goalieposten übernehmen durfte und gleich in der ersten Szene mit einer tollen Parade glänzte. «Es hat trotz der Niederlage viel Spass gemacht.»

Trotz der 21:45-Niederlage darf den Leimentalerinnen attestiert werden, dass sie in einigen Phasen sehr gut mithalten können. So sah es bis zur 12. Minute gar nicht nach der zu erwartenden Kanterniederlage aus. Beim Stand von 5:6 bot sich Angela Krieger sogar die Chance, mittels Penalty ausgleichen zu können – aber die starke Rückraumwerferin verschoss für einmal. Mit ihren 7 Toren war sie trotzdem die auffälligste Spielerin ihres Teams.

Der Spielrhytmus war zu hoch

Den hohen Rhythmus konnten die Baselbieterinnen aber gegen dieses athletisch deutlich überlegene Team nicht ewig durchziehen und es folgte ein Durchhänger, den die Zugerinnen nutzten, um auf 6:12 davonzuziehen. Plötzlich wurden die Pässe der Unterklassigen ungenau und ihr Verhalten hektisch.

Zudem zeigte sich, dass Leimental mit der sehr flexiblen defensiven Arbeit des Gegners Mühe hatte. Immer wieder stiess eine andere Zugerin vom eigenen Kreis weit nach vorne und fing einen Querpass ab. Das führte zu vielen Toren durch schnelle Gegenstösse. Rasch stieg die Tordifferenz auf eine beachtliche Grösse an.

Dann zeigte aber auch Leimental nochmals starke fünf Minuten und schoss in der Schlussphase vier Tore in Serie. Doch der Zuger Trainer nahm ein Timeout und brach den aufkeimenden Elan des unterklassigen Teams wieder. Mit sechs Toren in Serie stellten die Zugerinnen das Endresultat von 21:45 her.

Nicht wunschlos glücklich

Die Leimentalerin waren trotzdem glücklich – aber nicht wunschlos. Ein kleiner «Fanklub» hielt ein Plakat mit der Aufschrift «Kim, schiess e Goal für uns», in die Höhe. Diesen Wunsch konnte Kimberly Carmine aber nicht erfüllen – sie kam ja auch nur zwei Mal zum Abschluss. «Das ist das erste Mal, dass meine Freundinnen das für mich machen, das ist sehr lieb», bedankte sich die Leimentaler Nummer 20 bei ihren Fans.