Es war kurz vor 14 Uhr, als auf dem Löhrenacker in Aesch plötzlich Hektik ausbrach. Ein paar Mädchen begannen zu kreischen, mehrere Menschenaufläufe wurden sichtbar und eine Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im weiten Rund: Sie sind da!

Sie, das waren Marco Streller, Valentin Stocker, Fabian Frei, Fabian Schär, Yann Sommer, Philipp und David Degen sowie Mohammed Salah. Dass Marco Streller seinem Heimturnier die Ehre seiner Anwesenheit erwies, war in den letzten Jahren zur schönen Tradition geworden, dass er aber gleich die halbe FCB-Mannschaft im Schlepptau mitführt, ist eine einmalige Angelegenheit. Speaker Max Hunziker war auch sichtlich aufgeregt und versuchte energisch, wieder etwas Ordnung in die Reihen zu bringen. Es dauerte trotzdem seinen Moment, bis es alle acht sicher hinter die Absperrung beim OK-Zelt geschafft hatten und Hunziker zur Einstimmung jedem eine Frage stellen konnte.

Danach verschob sich der Tross geschlossen Richtung Festzelt, wo die Jagd auf die Autogramme eröffnet wurde. Der Spielbetrieb ruhte inzwischen selbstredend, es herrschte Ausnahmezustand! Aber nicht nur die Kinder kamen an diesem Frühlingsnachmittag voll auf ihre Kosten, auch die Profis hatten sichtlich ihren Spass. Allen voran Streller selbst. Geduldig erfüllte er alle Wünsche und blieb stets freundlich und zuvorkommend, auch als seine Kollegen bereits wieder gegangen waren und sich die ganze Aufmerksamkeit wieder auf seine Person konzentrierte.

Auf die Frage, was ein Spieler vom Format eines Strellers noch von den Kleinen lernen könne, antwortete er nach kurzem Überlegen: «Es ist schön, mit welcher Freude die Buben und Mädchen bei der Sache sind. Natürlich wollen auch sie gewinnen, aber der Spass steht eindeutig im Vordergrund. Es ist wichtig, sich auch als Profi immer wieder vor Augen zu führen, dass Fussball Spass machen sollte.» Auch Hunziker äusserte sich in dieser Richtung: «Die Qualität des Turniers ist mir nicht wichtig, Hauptsache die Kinder sind glücklich.»

Und glücklich waren tatsächlich fast alle Gesichter, als es am späteren Nachmittag zur Siegerehrung kam. Aber bereits am Pfingstmontag wird die Gemütslage eine andere sein. Sowohl in Aesch, wenn der zweite Teil des Turniers ohne FCB-Stars über die Bühne gehen wird, als auch in Bern, wo Marco Streller und Co. gegen GC im Cupfinal stehen. Es wird die nächste Gelegenheit sein, zahlreiche Menschen glücklich zu machen. Dafür braucht es aber einen Sieg.