Eishockey
Heinis und der Wunsch nach einer normalen Saison

Trotz durchzogener Saison, Abstieg und langwieriger Verletzung sieht der Ex-Basel-Sharks-Verteidiger Louis Heinis seine Profi-Zukunft in Deutschland.

Daniel Monnin
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Louis Heinis im Dress der Basel Sharks.

Louis Heinis im Dress der Basel Sharks.

Uwe Zinke

Der 24-jährige Basler Verteidiger Louis Heinis hat eine turbulente Saison hinter sich: Die völlig unerwartete Insolvenz der Basel Sharks im letzten Juni, sein Wechsel in die DEL 2 zu den Heilbronner Falken nur wenige Tage später, ein vielversprechender Auftakt, kleine Verletzungen, Spielsperren, Probleme mit dem Trainer, eine ausgekugelte Schulter, die im Januar bereits das Saisonende bedeutete und eine (erneute) Operation nach sich zog.

Auch sportlich gings bergab, nicht nur für den Basler, für das ganze Team. Die Talfahrt gipfelte bereits im Dezember in den branchenüblichen Wechseln auf der Trainerbank und im Ausländerkontingent. «Zu spät», wie Louis Heinis nach dem Abstieg seiner Falken in die Oberliga, dem er tatenlos zuschauen musste, feststellt. «Das Team und auch ich persönlich kamen mit unserem Trainer nicht klar. Grenzen wurden überschritten. Eine gewisse Härte gehört zwar dazu und ist erwünscht. Aber es sollte doch alles im menschlichen Bereich bleiben. So etwas habe ich noch nie erlebt. Mehr möchte ich dazu auch nicht sagen.»

Ein Trainer zum Vergessen

Eine Aussage, die unterstreicht, wie schlecht das Verhältnis des Teams mit dem kurzzeitig auch in Rapperswil tätigen Igor Pawlow gewesen sein muss, auch wenn die Klubleitung von einer «Trennung in gegenseitigem Einvernehmen» sprach.

Der erhoffte neue Schub, den Trainerfuchs Gerd Wittmann, ein bekannter Nothelfer bei den Heilbronner Falken und sein junger Assistent und ehemaliger Falken-Spieler Luigi Calce sowie drei neue, erfahrene(re) Kanadier ins Team bringen sollten, blieb zwar nicht aus, doch das erklärte Saisonziel, den Ligaerhalt, verpasste auch die Rettungscrew. So blieb Louis Heinis nur der riesengrosse Frust über eine weitere von Verletzungen geprägte Saison und die Enttäuschung des Abstiegs. Heinis erinnert sich: «Ich habe mich in der Zeit des Umbruchs, trotz einigen Niederlagen, gut gefühlt. Die zwei Sperren von der Liga habe ich verdaut und gutes Eishockey gespielt.»

Drei Operationen in drei Jahren

Im Derby gegen Bietigheim allerdings kam das schleichende Aus für den kampfstarken Verteidiger. «Ich habe mir die Schulter ausgekugelt. Da wir bereits eine ganze Reihe von Ausfällen beklagten, habe ich versucht, mitzuhelfen, «das Schiff vor dem Sinken» zu bewahren und mit intensiver ärztlicher Unterstützung weitergespielt.» Doch nach zwei weiteren Luxationen innerhalb von zwei Wochen «war die Saison für mich vorbei».

Anfang Februar folgte die Operation, bereits der dritte grössere Eingriff innerhalb von drei Jahren, jeweils immer an einem andern Körperteil. «Seither bin ich täglich in physiotherapeutischer Behandlung und schon wieder leicht am Trainieren. Die Ärzte sind zufrieden mit dem Verlauf. Zwei Monate sind schon vergangen. Ich brauche noch gute sechs bis acht Wochen, bis ich wieder fit bin und richtig trainieren kann.»

Dannzumal will Heinis wieder angreifen, «endlich einmal eine Saison ohne längere Ausfälle hinter mich bringen». Und dies will er in Deutschland tun, denn trotz Interesse von zwei Schweizer NLB-Clubs will der Doppelbürger in der DEL bleiben.