Einen eigenwilligen Weg hat auch Lokalmatador Arnold «The Cobra» Gjergjai mit seiner Entourage gewählt. Dem Prattler Schwergewichtsboxer lag für dieses Wochenende eine Offerte für einen Kampf gegen Oldianer Solis um den Titel des Interkontinental-Meisters in Berlin vor. Gjergjaj und sein Manager Angelo Gallina lehnten das Angebot nach reiflicher Überlegung ab. Was auf den ersten Blick erstaunt.

Der Basler mit kosovarischen Wurzeln hätte sich in der deutschen Hauptstadt einem Millionen Publikum präsentieren können. Die Kämpfe werden vom TV-Sender «Eurosport» live übertragen. «Die garantierte Medienbekanntheit spielte für uns bei der Entscheidung keine Rolle», versichert Gallina. Massgebender war die kurzfristige Anfrage.

Gage spielte keine Rolle

Gjergjai kehrte eben erst von einem intensiven Höhentrainingslager aus St. Moritz zurück und ist konditionell noch nicht so weit, um einen Kampf über 12 Runden zu bestreiten. «Ich lasse keinen Boxer unvollständig vorbereitet in den Ring, nur weil das Fernsehen dabei ist. Auch wenn es Manager gibt, welche mit halbem Tank eine Reise planen, in der Hoffnung es reiche. Da entspricht das nicht unserer Arbeitsweise», stellt Angelo Gallina klar.

Keinen Einfluss auf den Entscheid hatte die Höhe des Antrittsgeldes. «Die Gage wäre zwar nicht rosig gewesen», gibt Gallina zu, ohne konkrete Zahlen zu nennen. «Wenn es darauf ankommen wäre, hätten wir aber auch umsonst gekämpft.»

Arnold Gjergjaj widersteht dem Lockruf eines grossen Kampfes nicht zum ersten Mal. Der 28-Jährige gab Veranstaltern in der Vergangenheit schon mehrmals einen Korb. «Wir freuen uns auf die Titelanfragen. Sie zeigen, dass wir uns auf dem Richtigen Weg befinden und wahrgenommen werden», so Manager Gallina.

Er ist überzeugt, dass er seinem Schützling mit der erneuten Absage den Weg nicht verbaut. Die Agenda des Duos sieht ein anderes Timing vor. Die aktuelle Nummer 15 der IBF-Weltrangliste befindet sich im Aufbau und spekuliert für einen möglichen Titelkampf im Herbst.

Gegen das finnische Kraftpaket

Wo er in seiner Planung steht, wird er spätestens am Samstag nach dem Kampf gegen seinen Herausforderer Hanne Katajisto wissen. Der 120 kg-Brocken weist eine ähnlich eindrückliche Bilanz auf wie Gjergjaj. 14 Kämpfe, 13 Siege, davon 6 durch K.o. zeugen von der Wucht der «Finish Butterbean»,. Der amtierende finnische Profimeister ist der bisher stärkste Gegner, auf den Gjergjaj treffen wird. Zu seinen Opfern zählt unter anderem das britische Schwergewicht Danny Williams. «Katajisto wird für Arnold der perfekte Gradmesser», glaubt Angelo Gallina.

Dass es der Finne ernst meint, hat sein Manager via SMS mitteilen lassen. Darin kündigt er einen K.o.-Sieg gegen Gjergjaj an.
Eines ist für den Gründervater des Boxeos klar: Sollte sein Schützling im Volkshaus reüssieren, wird die Nachfrage um seine Person sicher nicht abreissen. Im Gegenteil: «Die Zeit für Arnold wird kommen, am liebsten noch in diesem Jahr», blickt der umtriebige Gallina zuversichtlich in die nähere Zukunft.