Radquer
«Heule-Wetter» in Frenkendorf

Christian Heule gewinnt überlegen in einem Feld von Topfahrern. Der anspruchsvolle Parcours auf der «Egg» und die harsche Witterung forderte den Fahrern alles ab.

Geneviève Schüepp
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«Heule-Wetter» in Frenkendorf

«Heule-Wetter» in Frenkendorf

bz Basellandschaftliche Zeitung

Der bewährt schnelle und anspruchsvolle Parcours auf der «Egg» wurde seinem Image gerecht. Besonders die harsche Witterung forderte den Fahrern auf der matschigen Strecke alles ab. Trotz beeindruckendem Teilnehmerfeld aus Elitefahrern aus neun Nationen blieb dem an sonst so beliebten Anlass so mancher Zuschauer fern – wohl eben wegen der Witterung. Nicht so die Athleten: Das Wettkampfbüro nahm einige kurzfristige Nachmeldungen entgegen. Die 50 Teilnehmer bedeuten Rekord.

Typisches «Heule-Wetter»

Christian Heule, der seit je physisch betonte Rennen bevorzugt, konnte seine Form bei diesem Schauderwetter auf eindrückliche Weise unter Beweis stellen. Von der Startaufstellung in der ersten Reihe fuhr er gut an und setzte sich nach den ersten drei Kilometern auf Position zwei hinter den Kantonsgenossen Marcel Wildhaber. Die perfekt gefahrene Kurve auf dem höchsten Punkt der zweiten Runde brachte ihn nicht nur nach vorn – er setzte sich damit auch vom Feld ab. Da konnte Heule auch sein Sturz in der drittletzten Runde nichts mehr anhaben. So fuhr er nach acht Runden triumphierend zum Solosieg mit 35 Sekunden Vorsprung ins Ziel ein.

Hart umkämpfte Podestplätze

Trotz dieses klaren Sieges blieb das Rennen weiterhin spannend bis zum Schluss. Der Aargauer Pirmin Lang (2.), der Schwyzer Marcel Wildhaber (4.) und der Pole Mariusz Gil (3.) kämpften während der letzten zwei Runden Rad an Rad um die verbleibenden Podestplätze. Vorjahressieger und Favorit Lukas Flückiger aus Leimiswil BE behauptete sich lange Zeit auf Position vier und fünf, büsste jedoch in den letzten 6 Kilometern zwei Stellen ein und fuhr als guter Siebter durchs Ziel.

Erfreuliche Schlussbilanz

Erich Joho, Pressesprecher und selbst einstiger Radquer-Fahrer, zeigte sich trotz «Hudelwetter» und weniger Zuschauer erfreut. «Die Teilnehmerzahl bei den Männern war noch nie so gross.» Besonders überrascht hat die IG Radquer Nordwestschweiz die Kategorie Frauen: Mit sechs Nachmeldungen vor dem Start kam doch noch ein akzeptables Feld zusammen, angeführt von der aktuellen Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz aus Deutschland. «Echte Radquer-Fahrer nehmen schwierige Wetterverhältnisse als Herausforderung», schloss Joho.