FC Basel

Heute tritt er vor die Medien: David Degen kauft sich beim FCB ein – und ist Mitbesitzer des Klubs

Der künftige Verwaltungsrat und die ehemaligen zwei: David Degen, Marco Streller und Alex Frei.

Der künftige Verwaltungsrat und die ehemaligen zwei: David Degen, Marco Streller und Alex Frei.

Der ehemalige Spieler David Degen kehrt zum FC Basel zurück. Er wird Mitbesitzer des Klubs und Verwaltungsrat, aber nicht Marco Strellers Ersatz als Verwaltungsrat.

Strategische Partnerschaft. So nennt der FC Basel das, was ihn in Zukunft mit David Degen verbinden soll. Er teilt dies in einem Communiqué mit, vermeldet dort den Eintritt Degens in den Verwaltungsrat der FC Basel Holding AG. Was sperrig klingt, ist durchaus spannend. Denn unter dem wording «strategische Partnerschaft» versteckt sich ein Anteils-Erwerb des ehemaligen Basel-Spielers am Aktienpaket Bernhard Burgeners. Kurz: Degen kauft zehn Prozent von Burgeners Aktienkapital an der FC Basel Holding AG.

Der Präsident des FC Basel besitzt seit der Übernahme von Bernhard Heusler und Co im Sommer 2017 90,6 Prozent der FC Basel Holding AG, der Rest teilt sich auf Klein-Aktionäre auf. Nun gibt Burgener freiwillig zehn Prozent ab, besitzt noch 80,6 Prozent. Darüber hinaus bleiben die Eigentumsverhältnisse unverändert, schreibt der Klub in seiner Mitteilung. Dass Burgener Teile seiner Aktien abgibt, verwundert nicht.

Der FCB-Präsident ist seit längerer Zeit auf der Suche nach Investoren. Einem kompletten Verkauf, so ist zu vernehmen, wäre er auch nicht abgeneigt gewesen. Weil der FCB nicht den Gewinn schreibt, den er sich erhofft hatte. Sondern vielmehr die stillen Reserven angebraucht werden und ein Sparprogramm von 21 Millionen Franken auferlegt werden muss, um das strukturelle Defizit zu decken.

Streller war in der 1893 AG, Degen geht in die Holding AG

Nun gibt Burgener als ersten Schritt 10 Prozent seines Aktienpakets ab. Er habe «den Unternehmer und ehemaligen FCB-Spieler als Partner und Verwaltungsrat gewinnen können», schreibt der Verein. Mit Degen sitzt also neben Karli Odermatt ein zweiter ehemaliger Fussballer in der Holding AG ein. Er ist damit aber nicht der Nachfolger des vor eineinhalb Wochen als Verwaltungsrat zurückgetretenen Marco Streller. Dieser sass in der FC Basel 1893 AG ein und damit eine Stufe tiefer. Die Holding besitzt die 1893 AG zu 75 Prozent. Mit Degens Einsitz im obersten FCB-Gremium soll das sportliche Denken dort gestärkt werden.

Oder wie es der FCB formuliert. «Ziel der strategischen Partnerschaft ist die Verstärkung der Fussball-Expertise im Verwaltungsrat sowie die wirtschaftliche und sportliche Weiterentwicklung des FCB.» Dafür sei Degen für Burgener der richtige Mann, weil «er über ein ausgewiesenes Knowhow im Bereich des professionellen nationalen und internationalen Fussballs verfügt sowie über ein wertvolles Netzwerk an Kontakten.»

Alle anderen Ämter niedergelegt

Letzteres hat sich Degen insbesondere in den letzten beiden Jahren aufgebaut. In dieser Zeit leitete er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Philipp die Sportmanagementagentur «SBE Management». Diese berät Athleten, Vereine und Künstler. In der Schweiz bekannte Spieler wie Loris Benito (Bordeaux, Schweizer Nati), Raphael Dwamena (ex-FCZ), Fabian Johnson (Gladbach), Kevin Rüegg (FCZ) oder Aldo Kalulu (Ex-FCB) zählen auf die Dienste der Firma.

Um Interessenskonflikte bei bereits verwirklichten (Julian Vonmoos) oder möglichen künftigen Transfers zwischen der Agentur SBE und dem FCB zu vermeiden, hat David Degen im Hinblick auf sein neues Engagement bei der FC Basel Holding AG sämtliche Funktionen bei der «SBE Management» nieder gelegt. Ob er seine Funktion überhaupt antreten darf, muss noch an einer Generalversammlung bestätigt werden. Eine solche, ausserordentliche, soll in Kürze stattfinden und Degens Wahl dort über die Bühne gehen.

Erster Medienauftritt Degens heute Dienstag

Nach den geklärten Formalitäten stellt sich noch immer die Frage, was sich Degen von seinem Engagement erhofft. Geht man von den kolportierten 20 Millionen Franken aus, die Burgener damals an Heusler und Co bezahlt haben soll, dürfte Degen sein 10-Prozent-Paket 2 Millionen Franken wert sein. Im Communiqué spricht er von einer engen Verbundenheit seit Juniorenzeiten und einer Ehre, das FCB-Trikot zu tragen. «Das will ich auch in meiner neuen Funktion vermitteln», sagt er. Mehr Einblick gibt es heute. Dann erklärt Degen vor den Medien, was die strategische Partnerschaft in seinen Augen bringt.

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