Basketball

Hiobsbotschaft für die Starwings

Chris Jones ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Chris Jones ist ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Spielmacher und Topskorer Chris Jones könnte wegen einer Daumenverletzung bis zum Saisonende ausfallen. Er zog sich die Verletzung beim Training vor dem Spiel gegen den BC Boncourt zu.

Vor acht Tagen, beim Abschlusstraining und just bei der letzten Systemübung, ist es pas­siert. Chris Jones (23), Aufbauer, Spielgestalter und Topskorer in Personalunion, erlitt eine Daumenverletzung, die den Amerikaner hinderte, am nächsten Tag das Derby gegen den BC Boncourt zu bestreiten.

Wohl fing der US-Profi an, doch nach wenigen Sekunden musste er einsehen, dass „mit einem geschwollenen Daumen ohne jegliches Gefühl kein Match möglich ist“, so der Mann, der mehrmals vom Fachmagazin „EuroBasket“ als „MvP“ (most valuable Player) der gesamten Nationalliga A bestimmt wurde. 

Dass die „Wings“, dank einer Parforceleistung und einer ungeheuren Team-Solidarität dennoch gegen Boncourt triumphierten (88:72) darf als Husarenstück oder auch Wunder bezeichnet werden. Auch wenn der Klub nichts offizialisiert hat, sickerte durch, dass die Verletzung von Jones weit gravierender ist.

Die Bänder und Kapseln sind in Leidenschaft gezogen, so dass der Ausfall – je nach Quelle – zwischen sechs (Cheftrainer Roland Pav­loski) und zehn Wochen (Vize-Präsident Pascal Donati) dauern wird. 

Man muss kein Prophet sein, dass ohne Jones auf die Dauer die „Wings“ nicht kompatibel sind. Oft haben die Gästetrainer die Bedeutung dieses Spielmachers, der nicht nur offen­siv glänzt, sondern eine ungemein starke Defense spielt und den gegnerischen Aufbauer (ebenfalls in der Regel ein US-Profi) oft aus dem Spiel nimmt.

Das wäre heute im Match gegen Schlusslicht Winterthur der Fall gewesen, denn die Zürcher haben mit Rashad Whack den Nationalliga-A-Topskorer in Reihen. Der amerikanischen Wurfmaschine glück­ten vor einer Woche, als „Winti“ das erste Spiel gewinnen konnte, 50 Prozent der Zähler. Und vor zwei Wochen erzielte Whack in Boncourt sagenhafte 45 Zähler, konnte die Nie­derlage aber nicht verhindern.

Kein Ersatz

Es ehrt die Starwings, dass sie seit jeher keine Profispieler verpflichten, entlassen, austau­schen und neues „Material“ holen. Sie sind da europaweit eine Ausnahme. Nur… bei ei­nem verletzungsbedingten Ausfall DES Schlüsselspielers, der zudem unfall- und kranken­versichert ist, könnte man meinen, dass man die bis dato hervorragende Saison fortsetzen möchte.

In Europa suchen derzeit über 250 Profi-Basketballer eine (auch kurzfristige, temporäre) einen Klub – und gerade auf der „kleinen“ Position des Aufbauers hat es sehr viele valable Kandidaten, die eher stärker als schwächer als Jones sind. 

Selbst Winterthur, das kaum noch Playoff-Chancen hat, hat in dieser Saison bereits sechs Profi-Lizenzen für Ausländer verbracht. SAM Massagno holte einen Topmann aus der grie­chischen Liga und entliess einen Akteur, der auch erst im Laufe des Oktobers verpflichtet wurde… und selbst Leader BBC Monthey holt neue Ausländer, obwohl das aktuelle Quar­tett als das Beste der ganzen Nationalliga A gilt. 

Noch ist die vorzeitige Playoff-Qualifikation nicht gesichert. Hiefür fehlt ein Sieg heute Nachmittag (17.30 Uhr) in Winterthur. Ohne Jones, diese Prognose sei gewagt, wird es keinen Erfolg und zwei Zähler geben.

Hoffen dürfen die Baselbieter, dass Boncourt, Lu­zern und Massagno nicht alle Matches gewinnen, so dass die 18 Zähler bereits jetzt für Rang 6 reichen. Aber ohne Chris Jones werden die Starwings für die Landesgrössen kein unangenehmer Rivale, sondern maximal ein willkommener Sparringpartner sein.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1