Das Ausscheiden des FC Basel an Daniel Hoegh festzumachen, wäre unfair und nicht korrekt. Auch mit einem Walter Samuel oder Manuel Akanji in der Innenverteidigung wäre die Mannschaft im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan letztlich chancenlos geblieben gegen ein Sevilla, das eindrücklich demonstrierte, warum es Rekordhalter und Titelverteidiger des Wettbewerbs ist.

Doch unbestritten zog Daniel Hoegh einen rabenschwarzen Abend ein. An allen drei Gegentoren war der Däne beteiligt. Vor dem 0:1 und dem 0:2 beging er grobe Fehler, die auf diesem Level sofort bestraft werden.

Nach seiner langen Verletzungspause kehrte der 25-Jährige in Sevilla auf die grosse Bühne zurück. Ob er die nötige Qualität für dieses Level überhaupt mitbringt, war neben der Auswirkungen der mangelnden Spielpraxis die grosse Frage. Hoegh konnte sie nicht positiv für sich beantworten. Und so bleibt der Eindruck haften: Nach jenem im vergangenen Sommer gegen Tel Aviv (2:2) sah der Däne in einem entscheidenden Spiel erneut nicht gut aus. Am Morgen nach dem missglückten Auftritt in Sevilla blickt Hoegh zurück.


Daniel Hoegh, wie haben sie geschlafen nach dem 0:3 gegen Sevilla?
Daniel Hoegh: Natürlich nicht gut. Um ehrlich zu sein, es war eine schreckliche Nacht. Aber das ist denke ich auch normal nach so einem Abend.

Sie wurden für ihre Leistung zum Teil harsch kritisiert. Wie bewerten sie selber ihre Darbietung?
Sagen wir so: Mein bestes Spiel war das bestimmt nicht. Jetzt ist wichtig, dass ich das Erlebte hinter mir lasse. Umso länger ich mit dem Kopf in Sevilla bleibe, umso schwieriger wird es für mich.

Beschreiben sie doch die Partie aus ihrer Sicht.
Zu Beginn lief es gut für uns, auch ich hatte einige gelungene Aktionen zu verzeichnen. Doch dann kam das 0:1 und es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht, weil wir bis dahin gut mitgehalten haben. Leider wurde es nicht besser und wir wurden in der Folge für jeden Fehler knallhart bestraft.

Fühlen sie sich schuldig?
Wir gewinnen als Mannschaft und verlieren als Mannschaft. Wenn man wie ich nach so einem Spiel im Mittelpunkt steht, fühlt sich das natürlich nicht gut an. Aber ich muss es als Niederlage des gesamten Teams betrachten, andererseits würde ich mich nur verrückt machen.

Wie wirkte sich die mangelnde Spielpraxis aus?
Ich möchte keine Entschuldigung suchen. Aber im Rhythmus zu sein, ist nun mal ein nicht zu unterschätzender Faktor im Fussball. Gerade auf dem Level, auf dem wir gestern gespielt haben.

Sie haben auf der Reise nach Sevilla gesagt, das Spiel sei für sie die Chance, dem Trainer zu zeigen, was sie können. Was sagen sie nun dazu?
Nun gut, viele Argumente, die für mich sprechen, konnte ich nicht gerade viele liefern. Jetzt muss der Trainer entscheiden, was er mit mir am Sonntag in Sion macht.