Nach der Freistellung von Samir Tabakovic zu Beginn dieser Rückrunde hat sich die Amtsübernahme von Benjamin Huggel aber bekanntlich vorverschoben. Am Dienstag leitete er ein erstes Mal das Training und nun – im Heimspiel gegen den zweitplatzierten SC Cham – debütierte er auch in der Meisterschaft.

Zumindest in Bezug auf das nackte Resultat ist ihm der Einstieg allerdings missglückt. Gleich mit 1:4 mussten sich die Black Stars den Chamern geschlagen geben. Ein Ergebnis, das Huggel kurz nach Spielende als «etwas zu hoch» einstufte. Er bezog dies auf die Tatsachen, dass praktisch alle Gegentore auf individuelle Unachtsamkeiten zurückzuführen waren und seine Mannschaft – nachdem Florian Hengel kurz nach dem Seitenwechsel mit einem direkt verwandelten, haltbaren Freistoss den 0:1-Pausenrückstand egalisierte – der 2:1-Führung näher schien als der Gegner. Sowohl Ricardo Silva, der einen Kopfball knapp neben das Tor setzte, als auch Rodrigue Laurent, dessen Schuss aus gut zwanzig Metern vom Chamer Keeper Alessandro Merlo in extremis über die Latte gelenkt wurde, hätten den Vorsprung erzielen können. «Der SC Cham spielte nicht wirklich stärker als wir», ärgerte sich Valon Muslija, «sie haben unsere Fehler einfach gnadenlos ausgenutzt.» In der Tat waren es Unzulänglichkeiten in der Defensive und im Spielaufbau, die dazu führten, dass die Gäste erneut in Führung gingen und sie diese sogar noch auszubauen vermochten.

Enttäuschter Huggel

Mit dem 1:3 war das Spiel dann gelaufen; die Hausherren sahen sich zu keiner Reaktion mehr fähig. «Das hat mich etwas enttäuscht», so Huggel. «Ein Zwei-Tore-Rückstand zu diesem Zeitpunkt ist keineswegs unaufholbar. Da hätte ich mir von meinen Spielern mehr Entschlossenheit und Glaube, doch noch ein positives Resultat zu erreichen, gewünscht.» Dass die Black Stars eigentlich dazu in der Lage wären, sich nach einem 1:3-Rückstand nochmals aufzubäumen, haben sie im vorletzten Heimspiel gegen den FC Münsingen bewiesen. In den allerletzten Spielminuten erzielten sie noch zwei Tore und sicherten sich ein Remis. Doch der SC Cham ist ein anderes Kaliber und nicht umsonst auf gutem Wege, sich für die Aufstiegsspiele zu qualifizieren. Die Zuger verfügen über erfahrene Spieler, wie zum Beispiel den Doppeltorschützen und ehemaligen Super- League-Angreifer Moreno Merenda, und agierten in der Schlussphase dieser Begegnung defensiv sehr souverän.

«Das Spiel mit flachen Pässen zu kontrollieren», führt Huggel als Teil seiner Philosophie an. Nächste Woche, in der Auswärtspartie gegen den abstiegsgefährdeten FC Bern, dürfte dies wahrscheinlich wieder etwas einfacher umzusetzen sein. Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht, dass er dann seinen ersten Sieg als Trainer des Basler Traditionsvereines einzufahren vermag.