Fussball
«Ich habe die Ungeduld, die ich als Fussballer noch hatte, abgelegt»

Der frühere FC-Basel-Spieler Mario Cantaluppi (39) ist seit vergangener Woche Assistenztrainer bei Servette Genf. Zu diesem Job hat ihm sein früherer Teamkollege Pascal Zuberbühler verholfen.

Jeremy Weill
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Zuberbühler und Cantaluppi sind ab jetzt wieder im selben Team

Zuberbühler und Cantaluppi sind ab jetzt wieder im selben Team

KEYSTONE

Mario Cantaluppi, wie ist das Engagement bei Servette zustande gekommen?

Das ist über Pascal Zuberbühler gelaufen. Er hat mich angefragt und gesagt, Servette braucht einen Assistenztrainer. Für mich ist das eine sehr gute Option, denn Servette ist ein ambitionierter Verein. Zudem ist es im heutigen Fussballbusiness nicht einfach, einen Job zu finden, der Markt ist klein.

Aber Zuberbühler ist doch Torwarttrainer?

Er ist mehr als nur Torhütertrainer. Er arbeitet eng mit dem Präsidenten Hugh Quennec und Sportdirektor Loïc Favre zusammen und hilft so auch in der sportlichen Leitung mit.

Ist diese Stelle ein 100-Prozent-Pensum?

Ja. Wenn ein Team den Aufstieg als Ziel hat, ist Co-Trainer ein Fulltime-Job. Da reichen keine halben Sachen.

Servette ist ein angeschlagener Verein. Hat der Verein auf diese Saison hin bei null begonnen?

Ich würde nicht von einem Neuanfang in dem Sinn sprechen. Es sind einige Baustellen vorhanden. Das Wichtigste ist die Jugendförderung, ohne jedoch den verfrühten Einsatz von Jungen in der ersten Mannschaft zu forcieren. Nachwuchsspieler müssen Erfahrung sammeln und aus ihren Fehlern lernen können. Der FC Basel ist auch nicht von einem Jahr aufs andere gross geworden. Wir müssen nachhaltig arbeiten, die Infrastruktur und die Voraussetzungen stimmen bereits.

Momentan steht Servette im Mittelfeld der Tabelle. Ist der Aufstieg noch realistisch?

Die acht Punkte Rückstand auf Vaduz und Schaffhausen sind nicht alle Welt. Aber wir konzentrieren uns nicht auf die Rangliste. Ruhe und Geduld sind die Stichworte.

Rückblende: Wieso hat es mit ihrem vorherigen Engagement beim Erstligisten Dornach letztes Jahr nicht funktioniert?

Ich habe nach viereinhalb Monaten gesehen, dass es nichts wird. Ohne böse nachreden zu wollen: Jetzt sehe ich, wo Dornach steht (abgestiegen in die 2. Liga interregional, Anm. d. Red.). Es war ein richtiger Entscheid zu gehen, aber die Trennung lief im fairen Rahmen und im gegenseitigen Einvernehmen.

Bleiben Sie Technischer Leiter im Baselbieter 3.-Liga-Verein FC Aesch?

Ja, im Rahmen des zeitlich Möglichen. Aesch hat grosses Potenzial im Amateurbereich. Ziel ist es, wieder Derbys in der Region zu haben, damit es Fussballfeste mit vielen Zuschauern gibt.

Was sind ihre persönlichen Ziele in den nächsten Jahren?

Es bleibt mein Traum, Trainer in der Super League zu sein. Aber die Ungeduld, die ich als Fussballer noch hatte, habe ich abgelegt. Als Assistenztrainer bei Servette bin ich momentan gut aufgehoben.