Maurice Rösch, im Karate gibt es die beiden Hauptdisziplinen Kata (Show gegen einen imaginären Gegner) und Kumite (Mann gegen Mann). Wieso machen Sie Kata?

Maurice Rösch: Ich mache beides, aber Kata ist meine Paradedisziplin. Da geht es mehr ums Präsentieren. Man muss eine Performance möglichst perfekt und überzeugend auf die Matte legen. Das gefällt mir besser als der Kampf Mann gegen Mann.

Braucht man für Kata mehr Disziplin?

Das könnte man schon so sagen. Im Kumite hat man gewonnen, wenn die Leistung besser war als die des Gegners. Beim Kata ist der Einfluss des Gegners kleiner. Es braucht sehr hartes Training, um die geforderte Qualität hinzubringen.

War es Ihr Ziel, an dieser Heim-Europameisterschaft in Zürich eine Medaille zu holen?

Ich will an jedem Turnier grundsätzlich unter die besten drei kommen. Für diese EM wäre es aber ein sehr hochgestecktes Ziel gewesen. Ich habe mich selbst überrascht.

Welche Faktoren waren ausschlaggebend für diesen Erfolg?

Seit längerer Zeit war das komplette Training auf diese EM ausgelegt. Zudem hat meine Tagesform einfach gestimmt. Auch die tolle Unterstützung aus meinem Umfeld war wichtig. Die Flexibilität und der Einsatz meines Lehrbetriebs, meines Vaters und auch meiner Trainer Giuseppe Puglisi und Yutaka Koike waren entscheidend.

Haben Sie als Baselbieter auch in Zürich einen Heimvorteil gespürt?

Ja klar. Die Atmosphäre war ein Vorteil. Man hat gespürt, dass das Publikum mit einem mitfiebert. Das hat mich zusätzlich motiviert und war auch eine tolle Erfahrung.

Vor gut einem Jahr erlitten Sie eine Meniskusverletzung. Spüren Sie diese heute noch?

Davon spüre ich gar nichts mehr. Diese Verletzung ist komplett auskuriert.

Was sind nun Ihre weiteren Ziele nach diesem Erfolg?

Im März werde ich 18 Jahre alt und wechsle in die Altersklasse U21. Dort will ich so schnell wie möglich Fuss fassen. National werde ich auch dort vorne mitmischen können, da bin ich mir eigentlich sicher. Ich will aber zuerst einmal schauen, wie meine Resultate in internationalen Vergleichen sein werden. Erst nach dieser Standortbestimmung werde ich mir über neue Ziele Gedanken machen.