Feldschiessen
Im 47. Anlauf erreicht Martin Hug erstmals die Maximalpunktzahl von 72

Neo-Pensionär Martin Hug aus Ziefen erzielte beim Feldschiessen 18 Volltreffer. Für den 65-Jährigen ist dies der grösste Erfolg seiner Schützenkarriere und eine zusätzliche Motivation, um weiterhin zu traineren.

Michael Schenk
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Martin Hug (dritter von links) erzielte am Feldschiessen 72 Punkte. ZVG

Martin Hug (dritter von links) erzielte am Feldschiessen 72 Punkte. ZVG

Früher hat der begeisterte Hobby-Wanderer Martin Hug hochalpine Touren auf das Matterhorn oder die Dufourspitze unternommen. Das macht er heute nicht mehr. «Nein, heute bin ich auf den Wanderwegen unterwegs», sagt er. Dies aber beinahe täglich. Dafür hat der begeisterte Hobby-Sturmgewehrschütze nun am Feldschiessen obenaus geschossen. Und wie: 100 000 Frauen, Männer und Jugendliche haben am vergangenen Wochenende das 18-schüssige Gewehrprogramm absolviert. 28 von ihnen erzielten das Maximum von 72 Punkten. Einer von ihnen: Neo-Pensionär Martin Hug.

«Nach dem letzten Schuss haben die Leute hinter mir aufgeschrien, da habe ich geahnt, dass das letzte Serienfeuer wieder alles Vierer waren.» In der Tat – so war es. Im 47. Anlauf hat der seit dem 1. Mai pensionierte Aussendienstler (Baubranche) am grössten Schützenfest der Welt damit erstmals das Maximum von 72 Punkten erzielt. «Neunundsechzig hatte ich schon aber eine Sieben vorne weg, das gab es noch nie – auch im Training nicht», hält Hug fest.

Die Freude, dies als einziger Baselbieter und als Erster seiner Gesellschaft geschafft zu haben, sei natürlich riesig. «Ich denke, dass einem so was nur einmal im Leben gelingt.» Umso mehr geniesse er den Erfolg und freue sich schon auf die nächste GV seines Vereins, der SG Ziefen. Anlässlich dieser Zusammenkunft wird er die entsprechende Ehrung erfahren. Genauso notabene wie an der Delegiertenversammlung des nationalen Verbandes, an der die Maximum-Schützen jeweils mit einer Gabe geehrt werden.

Er habe an diesem Sonntagmorgen zielen können, wie er wollte, «es leuchtete jedes Mal eine Vier auf», erzählt Martin Hug. Insofern «hat einfach alles gepasst.» Ein Tag wie aus dem Bilderbuch für einen Schützen, selbst wenn sich die Sonne nicht wirklich hat blicken lassen.

Vor seinem Husarenstreich am Feldschiessen 2013 stand ein Topresultat vom Eidgenössischen Schützenfest in Frauenfeld 2005 zuoberst im Palmarès des 65-Jährigen. Damals klassierte sich der Ziefner in der Ostschweiz im Nachdoppel unter den Top 15 und bekam dafür nebst Geld auch noch ein grosses Werkzeugset. «Das Maximum am Feldschiessen ist von nun an mein grösster Erfolg.» Das ist für Hug eine zusätzliche Motivationsspritze, sein Hobby, das ihm primär der gepflegten Kameradschaft wegen grosse Freude und Genugtuung bereitet, weiterhin zu betreiben. Mindestens einmal wöchentlich will er trainieren.

Mehr als bislang will sich Martin Hug freilich nicht im Schiessstandaufhalten. Spitzenresultat am Feldschiessen hin, Pension her. Dafür ist der aktive Rentner viel zu stark ausgelastet.

Nebst dem Wandern engagiert sich der Spitzenfeldschütze seit gut zwanzig Jahren im Nikodemus Rumänien Hilfe Verein. Einer gemeinnützigen Hilfsorganisation, die notbedürftigen Menschen in der im Grenzraum zwischen Mittel- und Südosteuropa gelegenen Republik mit ideeller, finanzieller und materieller Hilfe zur Seite steht. 70 Mal war Martin Hug in dieser Mission bereits in Rumänien. Zuletzt an Ostern. Mit LKW werden die Hilfsgüter jeweils in die grenznahe Region gefahren und von da aus an Bedürftige verteilt. Also auch in dieser Hinsicht steht die 72 kurz bevor.

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