Eine Überraschung hatte Zunzgen-Sissach am Samstag für die Besucher des Derbys gegen Laufen bereit: Jeder bekam einen süssen Grättimann geschenkt. Den Laufener Spielern drückte der Samichlaus sogar persönlich ein Säcklein in die Hand.

Laufen liess sich von der Grosszügigkeit der Gastgeber anstecken. Absolut katastrophale Fehler schenkten Zunzgen-Sissach früh das 1:0 und Laufens Trainer Christof Amsler berief das erste Timeout. Doch seine Anweisungen nützten wenig bis nichts. Die Fehlerserie ging weiter und die Platzherren lag zur ersten Pause 4:0 in Führung. «Wir waren heute inexistent», kritisierte Christof Amsler am Ende mit harten Worten, «ZS hat sehr gut gespielt und absolut verdient so hoch gewonnen.»

Bescheidenes ZS

«Das Spiel lief zu unseren Gunsten», relativierte Michael Amsler – der Bruder und ZS-Trainer – den souveränen Sieg seiner Mannschaft. Als Laufen besser wurde, viele Chancen hatte und das Tor schoss, wurden wir hektisch und nahmen dumme Strafen.»

So renkte sich Marc Niederhauser nach einer kleinen Strafe nicht mehr ein und reklamierte so lange, bis er eine Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt bekam. Aber dann gelang Zunzgen-Sissach genau im richtigen Moment das 5:1 und das brach Laufen das Genick.

Brüder bleiben wohl weiter Gegner

So stand es am Ende im Derby der beiden Tabellennachbarn überraschend klar 8:1 für Zunzgen-Sissach. «Unser Ziel bleibt die Playoff-Quali, aber wenn wir so weiterspielen, wird das noch eng», beschrieb Christof Amsler die Laufener Saisonziele.

Unabhängig davon wählte sein Bruder Michael fast dieselben Worte: «Wir wollen uns möglichst schnell die Playoffs sichern.» Eine Rückkehr in die 1. Liga, von der die immerhin 178 zahlenden Zuschauer träumen, sei für Zunzgen-Sissach absolut kein Thema. «Wir wollen die Mannschaft langsam weiterentwickeln und das braucht Geduld», sagt der ZS-Trainer.

Dachschaden sorgt für Kopfweh

Derweil tropfte es auch am Samstagabend wieder einmal munter vom Dach herunter auf die Spielerbänke. Der Dachschaden, der zur vorübergehenden Schliessung der Keb Sissach und damit direkt für den Abstieg aus der 1. Liga und einen Spieler-Exodus gesorgt hatte, bereitet weiter heftiges Kopfzerbrechen. Die Holzkonstruktion modert weiterhin munter vor sich hin, das Täfer ist schwarz vor Schimmel. «Wir haben jetzt fünf Jahre Garantie, dass die Stahlunterspannung das Dach zusammenhält, bis dann muss das Problem gelöst sein», weiss Michael Amsler.

Das Provisorium hat auch seine Nachteile: Mittlerweile kondensiert der angestaute Wasserdampf auch an den kalten Metallstangen, tropft auf das Eis und bildet dort bis zu 10 Zentimeter grosse «Stalagmiten». Der Eismeister muss die Tropfsteine täglich abfräsen, bevor er das Eis jeweils zum ersten Mal aufbereiten kann.