FC Basel
Im Cup kommt es zum Wiedersehen zwischen Urs Fischer und dem Tuggener Trainer

Der FC Basel gastiert am Mittwochabend beim FC Tuggen. Es ist nicht nur das Duell Super League gegen 1. Liga Promotion, sondern auch Adrian Allenspach gegen Urs Fischer. Der Tuggener Coach war nämlich einst Teamkollege des FCB-Trainers.

Markus Brütsch, Tuggen
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Bereits vor drei Jahren standen sich Basel und Tuggen im Cup gegenüber, Rot-Blau siegte damals mit 3:1.

Bereits vor drei Jahren standen sich Basel und Tuggen im Cup gegenüber, Rot-Blau siegte damals mit 3:1.

Keystone

Adrian Allenspach schläft in diesen Wochen schlecht. Vielleicht so schlecht, wie noch nie in seiner fünfzehnjährigen Trainerkarriere. Allerdings ist es nicht der bevorstehende Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel, der ihm die Ruhe raubt, sondern die prekäre Tabellenlage des FC Tuggen in der Promotion League. Nach 13 Runden tragen die Schwyzer das Schlusslicht der dritthöchsten Schweizer Spielklasse.

«Das nagt unheimlich. Seit ich hier Trainer bin, und das sind bald schon zehn Jahre, sind wir noch nie in einer solchen Situation gewesen», sagt Allenspach. «Aber ich fühle mich wohl hier, es ist ein familiärer Klub mit Werten, die es nicht mehr überall gibt», sagt der 47-Jährige. «Vertragsverlängerungen dauern 20 Sekunden.»

Meist ein Spitzenteam

Nachdem Allenspach fünf Jahre lang den FC Bazenheid in der 2. Liga trainiert hatte, war er eher zufällig in Tuggen gelandet. Kollege Stefan Goll, heute Trainer bei YF Juventus, sagte in Tuggen ab und brachte Allenspach ins Spiel. Dieser sagte zu und die beiden Parteien brauchten ihre Zusammenarbeit nie zu bereuen.

Die Tuggener mischten meistens vorne mit, wurden 2012 Schweizer Amateurmeister und erreichten drei Mal die Aufstiegsspiele zur Challenge League, scheiterten jeweils aber an Le Mont, YF Juventus und Etoile Carouge. Was angesichts der infrastrukturellen Voraussetzungen kein Unglück war, genügt der Sportplatz an der Linthstrasse den Anforderungen der Swiss Football League ohnehin nicht.

Adrian Allenspach im Vorfeld des Basel-Spiels vor drei Jahren.

Adrian Allenspach im Vorfeld des Basel-Spiels vor drei Jahren.

Mathias Marx

Nur einmal hatte sich der erst 1966 gegründete Klub in die zweithöchste Spielklasse verirrt, doch Allenspach erinnert sich nicht besonders gerne daran. Es lief die Nationalliga-B-Saison 94/95, Aufsteiger Tuggen hatte die ersten neun Spiele mit einem Torverhältnis von 2:26 allesamt verloren, als der stolze Cupfinalist FC Schaffhausen mit Goalgetter Allenspach an die Linthstrasse kam − und kläglich 0:1 verlor. «Diese Niederlage wurmt mich noch heute», sagt Allenspach. Am Saisonende waren die überforderten Tuggener sang- und klanglos in die 1. Liga zurückgekehrt.

Aktuell ist die Situation zwar längst nicht so aussichtslos wie damals, doch für den Landklub wird es immer schwieriger, sich zu behaupten. Obwohl er sich auch nach mehr als 30 Jahren der finanziellen und personellen Unterstützung durch die Leuchtenfirma Tulux sicher sein kann, geht die Schere zwischen den Amateuren und den Profis in derselben Liga immer weiter auseinander.

«Wir trainieren drei Mal in der Woche, zehn der sechzehn Teams aber sechsmal», sagt Allenspach. Wie zum Beispiel die zweite Equipe des FC Sion, die vor zehn Tagen in Tuggen zu Gast war und für Aufsehen sorgte, als Präsident Christian Constantin mit dem Helikopter einflog. «Wissen Sie, wo er gelandet ist?», fragt Allenspach. «Auf unserem brandneu hergerichteten Trainingsplatz, den man zurzeit − ausser dem Platzwart − unter keinen Umständen betreten darf!»

Fischer, ein alter Bekannter

FCB-Präsident Bernhard Heusler wird vermutlich nicht aus der Luft anreisen, aber mit dem FC Tuggen einen Gegner sehen, der gegen die Profis und Champions-League-Spieler aus Basel eine gute Falle machen will. Von den beiden Mannschaften, die sich vor drei Jahren schon einmal gegenüberstanden, als der FCB 3:1 gewann und dem FC Tuggen die Rekordkulisse von 6250 Zuschauern bescherte, sind auf Basler Seite nur noch Taulant Xhaka und Germano Vailati dabei. «Aber auch wir hatten grosse Veränderungen», sagt Allenspach.

Die Kulisse beim letzten Aufeinandertreffen am 10. November 2013. Noch nie kamen so viele Zuschauer an ein Spiel des FC Tuggen.

Die Kulisse beim letzten Aufeinandertreffen am 10. November 2013. Noch nie kamen so viele Zuschauer an ein Spiel des FC Tuggen.

Keystone

Obwohl er als Trainer schon gegen Urs Fischer antrat, als dieser noch den FC Zürich II coachte, ist das heutige Aufeinandertreffen speziell. «Wir spielten einst gemeinsam beim FC St. Gallen. Ich war blutjung und nicht immer glücklich, was Urs in seiner brutal direkten Art zu mir sagte», schmunzelt Allenspach. Dass er sich nun 28 Jahre später im Cup dafür «rächen» könnte, hält er für indes eher unwahrscheinlich.

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