Fussball
«Im Fussball ist alles möglich»

Im Schweizer Cup gastiert der FC Basel beim interregionalen Zweitligisten Eschenbach.

Georges Küng
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Basel-Captain Marco Streller darf sich gegen Eschenbach wohl eine Pause gönnen. Keystone

Basel-Captain Marco Streller darf sich gegen Eschenbach wohl eine Pause gönnen. Keystone

bz Basellandschaftliche Zeitung

Man schrieb den 1. November 2000, als sich der FC Bayern München (mit einem gewissen Thorsten Fink in seinen Reihen) im Pokalspiel beim 1. FC Magdeburg fürchterlich blamierte. Der Krösus der Bundesliga schied gegen den Regionalligisten (vierthöchste Spielklasse) im Elfmeterschiessen mit 3:5 aus, nachdem es nach 120 Minuten noch immer torlos gestanden hatte.

Heute Nachmittag, ab 17 Uhr, wird Thorsten Fink – diesmal als Trainer des FC Basel und nicht mehr als Aktiver – erneut mit dem nationalen Branchenführer seine Aufwartung bei einem viertklassigen Verein machen. Der FCB gastiert in der Innerschweiz, beim FC Eschenbach. Dieser belegt derzeit in der Gruppe 4 der 2. Liga interregional den zweitletzten Tabellenplatz und hat in fünf Partien einen Sieg errungen und viermal verloren.

In allen Belangen überlegen sein

Die Cup-Blamage vor elf Jahren mag für Fink nur noch eine von vielen Bayern-Episoden sein. Sie wird dem Dortmunder aber dienen, seinem Personal einzutrichtern, dass «im Fussball bekanntlich alles möglich ist. Jeder Gegner ist zu respektieren. Aber selbstverständlich müssen wir Eschenbach, ohne Wenn und Aber, schlagen. Da spielt es überhaupt keine Rolle, wer vom 27-Mann-Kader spielt. Taktisch, technisch, athletisch, individuell und im Kollektiv – zwischen dem Amateurklub und uns muss eine grosse Differenz bestehen», stellt Fink klar. Oder um es vorsichtig in Zahlen auszudrücken: Das Gesamtbudget des FC Eschenbach würde nicht ausreichen, um ein Monatsgehalt der (ehemaligen) FCB-Internationalen zu begleichen.

Aufstellung noch offen

«Der Cup ist auch der kürzeste Weg, um einen Titel zu gewinnen. Vor zwei Jahren ist uns dies gelungen. Im letzten Jahr nicht», erinnert sich Fink an die beiden letzten Cup-Jahre zurück. Die 1:3-Niederlage im Viertelfinale beim FC Biel (Challenge League) rief einige Kritiker auf den Plan, welche die personellen Rotationen von Trainer Fink infrage stellten. Auch heute Nachmittag wird Rot-Blau auf dem Sportplatz Weiherhus mit Akteuren auflaufen, die zuletzt pausiert haben. «Wer mitkommt und wer aussetzt, werde ich nach dem Nachmittagstraining entscheiden», erklärte Fink gestern Mittag. Bis auf Genséric Kusunga, Valentin Stocker, Sandro Wieser und Gilles Yapi wä-
ren alle Spieler einsatzbereit. Auch Scott Chipperfield, der «aber noch nicht die Kraft hat, um 90 Minuten durchzustehen», wie Thorsten Fink ergänzte.

Dass der Schweizer Meister den unterklassigen Widersacher dennoch ernst nimmt, beweist die Tatsache, dass der FCB heute Morgen in ein Tageshotel gefahren ist, um die Partie «konzentriert und in Ruhe vorbereiten zu können», wie Fink betont. Auch wenn er zwischen dem 1. FC Magdeburg und FC Eschenbach eine grössere Diskrepanz als zwischen seinen beiden FCBs (Bayern und Basel) ausmachen dürfte.