Alle Jahre wieder, ist man versucht zu sagen. Denn seit vier Jahren machen die Cardinals aus Bern und die Flyers aus Therwil den Schweizer Baseball-Meister unter sich aus. Triumphierten die Baselbieter im Jahre 2009, so haben die Berner die drei letzten Playoff-Finalserien, mal knapp, mal deutlicher, für sich entschieden. Und auch in dieser Saison 2012/13 scheint der «Chübel» auf die Allmend nach Bern zu gehen.

Bereits am Samstag, beim ersten Finalspiel, waren die Flyers dran. Doch einige Fehler in der Defense führten dazu, dass die Platzherren mit 6:4 gewinnen konnten. Nur 24 Stunden später traf man sich auf dem Känelboden im 99er-Dorf zum zweiten Vergleich. Und dass «money time» war, wurde an der Zuschauerzahl ersichtlich. Erscheinen in der Qualifikationsrunde nur gerade die Treusten der Treuen zu den Heimspielen, so säumten gestern Nachmittag gut 150 Zuschauer die Spielstätte der Flyers.

Frühe Führung der Gäste

War es die schöne Kulisse, welche die «Flieger» lähmte? Die Therwiler hatten sich für Spiel II sehr viel vorgenommen und wollten den Widersacher von Beginn an unter Druck setzen. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass es die Cardinals nicht lieben (und es auch nicht gewohnt sind), einem Rückstand nachrennen zu müssen. Doch nach drei Innings (Durchläufen) führten die Gäste bereits mit 4:0. Das ist im Baseball zwar noch keine Entscheidung, doch die «Kardinäle» hatten damit ein starkes Zeichen gesetzt. Die Berner, in deren Reihen viele Akteure mit lateinamerikanischen Wurzeln stehen, wussten in der Folge ihren Vorsprung geschickt zu verwalten.

Wohl kamen die Blau-Weissen nochmals auf 2:4 heran, wobei Bradley Roper-Hubbert und Ty Eriksen, die beiden amerikanischen Playoff-Verstärkungen, die auffälligsten Akteure waren. Aber auch Pitcher Stefan Koller und Nationalspieler Sebastian Zwyer gelangen einige schöne Schläge und Runs, sodass die Anhänger das Gefühl bekamen, dass in den letzten fünf Innings der Zweipunkte-Rückstand wettzumachen sei. Im Baseball kein Ding der Unmöglichkeit.

Fünfter Punkt der Berner bringt Entscheidung

Doch mit dem fünften Berner Punkt im siebten Umlauf war «der Match gegessen», wie eine enttäuschte Flyers-Anhängerin resigniert meinte. Die Verkürzung im neunten und letzten Inning war nur noch eine Resultatkosmetik.

Noch geben sich die Therwil Flyers nicht geschlagen. Auch im Halbfinale lagen die Baselbieter gegen die Embrach Mustangs mit 0:2 zurück, um die Best-of-five-Serie noch mit 3:2 zu gewinnen. Doch die Flyers wissen, dass die Cardinals von einem anderen Kaliber sind. Seit 2005 heisst der Schweizer Meister, mit Ausnahme des Jahres 2009, stets Bern Cardinals. «Aber solange noch eine Chance besteht, geben wir nicht auf. Noch habendie Cardinals den dritten Sieg nicht in der Tasche», war der Tenor bei den Therwilern, die nach Abpfiff einen Kreis bildeten und sich bereits auf Match 3 einschworen.