Champions League
Im Visier der Kanoniere: Warum es heute auf Tomas Vaclik ankommt

Heute ist der FC Basel Aussenseiter. Damit es mit der Sensation klappt, ist einer besonders gefordert: Goalie Tomas Vaclik.

Sébastian Lavoyer
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Gefordert: Tomas Vaclik

Gefordert: Tomas Vaclik

KEYSTONE

Wenn Basel heute die Sensation gelingen soll, steht ein Mann unter besonderer Beobachtung: FC-Goalie Tomas Vaclik. Der Tscheche hat den Abgang von Nati-Goalie Yann Sommer in Basel schnell vergessen gemacht mit seinen Leistungen. Bei der EM war er noch Ersatzgoalie der tschechischen Nationalmannschaft hinter Goalie-Legende Petr Cech. Der Mann mit dem Helm (Cech zog sich vor 10 Jahren bei einem Zusammenstoss mit Readings Stephen Hund einen Schädelbruch zu) steht selbst im Dienste von Arsenal London.

Duell mit der Ikone

Kommt es heute gar zum Duell des ehemaligen und des aktuellen tschechischen Nationalkeepers? «Es wäre schön, gegen Petr zu spielen. Ich habe viel von ihm lernen können. Wie er sich auf Spiele vorbereitet, wie er trainiert. Er ist einer der besten Goalies der Welt. Aber es wird wohl schwierig, dass er heute zum Einsatz kommt», sagt Vaclik. Cech hatte zuletzt das Nachsehen gegenüber dem Kolumbianer David Ospina. Das dürfte auch heute nicht anders sein. Aus dem Duell der befreundeten Tschechen dürfte also nichts werden.

Arsenal-Hüter Petr Cech war Vacliks Vorgänger in der Nati.

Arsenal-Hüter Petr Cech war Vacliks Vorgänger in der Nati.

KEYSTONE/AP/THANASSIS STAVRAKIS

So oder so wäre Tomas Vaclik mehr gefordert. Er steht im Visier der Gunners: Die Kanoniere haben in den letzten vier Spielen im Schnitt drei Tore erzielt, zuletzt Stadtkonkurrent Chelsea mit 3:0 vom Platz gefegt. Gefällt es Vaclik, wenn viel los ist vor seinem Tor? «Es kommt drauf an, wie viele Tore sie schiessen», scherzt der Tscheche. Ernster fährt er fort und meint, dass es einfacher sei, voll konzentriert zu bleiben, wenn etwas los ist vor seinem Tor. Trotzdem hofft er, dass «wir nicht wie im Handball alle dauernd um unseren Strafraum formiert sein werden».

Hält die Serie?

Er will – wie alle Basler – die starke Serie gegen englische Teams aufrecht erhalten. Am liebsten mit einem Sieg. Das wäre auch für ihn beste Werbung. Vaclik sagt: «Ich liebe England, ich liebe die Fussball-Kultur hier, einfach alles rund um die Premier League.» Es ist ein Kindheitstraum des FCB-Keepers irgendwann auf der Insel zu spielen. «Weil es für einen Goalie keine schwierigere Liga gibt», sagt er. Er möchte die Herausforderung gerne annehmen.

Sein Trainer, Urs Fischer, glaubt, dass Vaclik alle dafür notwendigen Voraussetzungen mitbringt. Er habe keine Angst auf hohe Bälle zu gehen, sei auf der Linie hervorragend. Einzig im Spiel mit dem Ball sieht er noch Luft nach oben. Trotzdem hofft Fischer natürlich, dass Vaclik dem FCB noch lange erhalten bleibt,sagt: «Wir sind auf jeden Fall mehr als sehr zufrieden mit ihm.»

Sollte Vaclik heute brillieren, wird Fischers Wunsch, den Tschechen noch lange in seinem Team zu haben, kaum in Erfüllung gehen. Das haben die jüngsten FCB-Erfolge gegen englische Teams und die damit verbundenen Abgänge (z.B. Zuberbühler, Caicedo, Elneny, Salah oder Voser) mehrfach gezeigt.