1. Liga
Im Wechselbad der Gefühle: Black Stars erreichen beim Aufsteiger Langenthal ein 3:3-Remis

Bereits die Torfolge, die von einem 0:2 über ein 3:2 zum finalen 3:3 wechselte, be-weist es: Das Duell zwischen Oberaargauern und Baslern war nichts für schwache Nerven.

Georges Küng
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Einen Punkt gewonnen – oder zwei Zähler verloren?

Einen Punkt gewonnen – oder zwei Zähler verloren?

Uwe Zinke

Lange Zeit sahen die Gäste wie der sichere Sieger aus. Eine Stunde lang dominierte «Blägg» das Duell, spielte stilsicher auf und der Gastgeber konnte den technisch versierte­ren Basler nur eine Portion (Über-)Härte entgegenbringen.

Nach Toren führten die «Schwarz-Sterne», dank einer feinen Doublette von Oumar Gaye (davon ein Kopfball-Tor), verdient mit 2:0. Bezüglich Verwarnungen lagen die Platzherren souverän mit 4:0 vorne.

gleiche Startformation wie bei Cuperfolg

Dass die Elf von Gasttrainer Samir Tabakovic die erste Stunde dominierte, hängt wohl auch damit zusammen, dass der ex-Profi Tabakovic erneut die gleiche Startformation wie beim 4:2-Cuperfolg in Schötz auflaufen liess.

Die Automatismen schienen zu greifen, die Laufwege sind bekannt – und auch die flexiblen Spielsystem (ob ein klassisches 4-4-2 oder mit einem Pivot auf der Position 6 oder mit einer hängenden Spitze und «nur» einem Einmann-Sturm) werden vom Personal des Basler Quartiervereines gut interpretiert.

Langenthal liegt zwar auf dem zweitletzten Tabellenplatz, doch die Equipe hat mehr Sub­stanz, als die Rangierung verletzt. Und einige erhoffte Leistungsträger fallen durch lang­wierige Verletzungen aus. Es gilt also die Stärke des Neulinges zu respektieren.

Denn mit dem unverhofften Anschlusstor ging durch den Gastgeber ein Ruck – und mit zwei Toren innert 150 Sekunden stand es plötzlich 3:2. Fast aus dem Nichts – jedenfalls ohne grosse Ankündigung. Es spricht für die den Kampfwillen und die Moral, dass Black Stars auf diese «fatale Viertelstunde» (wie das Umfeld erklärte) reagieren konnte. Und zumindest noch das Remis sicherte.

Beide Teams haderten mit dem Schicksal

Und so haderten beide Teams mit dem Schicksal. Ein jeder glaubte, dass «wir eher zwei Punkte verloren denn einen Punkt gewonnen haben». Denn in der turbulenten Endphase hätte durchaus noch der «lucky punch», in Form des siebten Treffers, fallen können.

Aber vielleicht geht die Punkteteilung in Ordnung – im Boxen hätte es zwar für den Gast vom Rheinknie einen knappen Punktsieg gegeben, weil die „Schwarz-Sterne“ reifer, überlegter agierten und schlicht mehr spielerisches Potenzial verbringen.

Am kommenden Samstag empfangt der FC Black Stars den FC Schötz. Vor acht Tagen gab es einen feinen 4:2-Sieg im Pokal-Wettbewerbe. Mit einem Dreier gegen den Tabel­lenvierten würde sich der FCBS langsam in breite Mittelfeld hervorkämpfen.

Telegramm

FC Langenthal – FC Black Stars Basel 3:3 (0:1)

Rankmatte. - 240 Zuschauer. - SR: von Mandach. - Tore: 30. Gaye 0:1. 57. Gaye 0:2. 65. Schubert 1:2. 74. Gemperle 2:2. 77. Abbatiello 3:2. 84. Micic 3:3.

Langenthal: Studer; Moser, Zimmermann (26. Abbatiello), Kurmann, Isch; Andrini (87. Selmani), Heuscher, Schubert; Binaku (68. Wolfinger); Scheidegger, Gemperle.

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Silva, Micic, Mbatchou; Dieng, Basic (79. Uruejoma), Alic, Sprich (88. Fahdy); Kalayci; Gaye.

Bemerkungen: Langenthal ohne Duah, Harambasic, Jasari, Kisa, Pfister und Romano (alle ver­letzt). - Black Stars ohne Ozan (rekonvaleszent), Spahr (verletzt) und Rodriguez (krank/rekonva­leszent). - Verwarnungen: 11. Heuscher (grobes Spiel), 13. Zimmermann (Foul), 25. Schubert (Foul), 38. Andrini (Foul), 63. Micic (Reklamieren), 84. Studer (Rekla­mieren) und 92. Scheidegger (Reklamieren).