Schach
In Aesch und Therwil regieren nicht nur am Dreikönigstag die Könige

Beim Schachfestival Basel wurden auch die beiden besten regionalen Nachwuchsspieler erkoren. Max Lo Presti (12) und Sajithan Sankar (11) sind die neuen Nordwestschweizer Jugendschach-Könige

Georges Küng
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Max Lo Presti (l.) und Sajithan Sankar machen nicht nur am Dreikönigstag eine gute Figur mit der Krone.Uwe Zinke

Max Lo Presti (l.) und Sajithan Sankar machen nicht nur am Dreikönigstag eine gute Figur mit der Krone.Uwe Zinke

Das Schachspielen erlernte Max Lo Presti (12) von seinem Papa Vito. Dieser ist kein Grossmeister, sondern «nur» ein leidenschaftlicher Schachspieler mit guten Grundkenntnissen. Als der Filius bereits nach wenigen Monaten den Vater bezwang, fragte dieser seine Gattin Nicoletta, was man mit Klein-Max bezüglich des Schachspieles machen solle. Und die Mama hatte eine gute Idee. Noch am gleichen Tag meldete sie ihren Sohn Max beim Schachklub Therwil, der für seine superbe Nachwuchsförderung bekannt ist, an. Das war vor gut einem Jahr. Der in Aesch wohnende Max Lo Presti, der das Pro Gymnasium besucht, ist in der Zwischenzeit kein Unbekannter mehr. Er gilt in seinem Jahrgang als einer der stärksten Spieler. Dies stellte er gestern beim U16-Turnier am Basler Schachfestival unter Beweis, als er sechs Punkte aus sieben Partien erzielte und souverän Kategoriensieger wurde. Notabene gegen durchwegs gegen ältere Spieler. «Er war die Turnier-Nummer 5; hat also einige besser klassierte Gegner hinter sich gelassen», ergänzte sein zurecht stolzer Vater.

Vielleicht noch eindrücklicher waren aber seine Vorstellungen im Amateurturnier, das von Mittwoch bis Sonntag dauerte. Gegen renommierte Klubspieler und bestandene Männer, von denen die meisten 2000 und mehr ELO-Punkte aufweisen, kam Max auf dreieinhalb von sieben Punkten. 50 Prozent in einem Männerturnier als 12-Jähriger – wenn dies kein Versprechen für die Zukunft ist.

Auch auf dem Rasen daheim

Im U12-Turnier gewann ebenso souverän Sajithan Sankar (11). Auch er gehört, und dies bereits seit drei Jahren, dem Schachklub Therwil an. «Der Bruder eines älteren Kollegen hat mich zum Schach gebracht. Es ist einfach ein wunderbares Spiel», sagt der gebürtige Tamile, der seit jeher im 99er-Dorf, wie Therwil im Volksmund genannt wird, lebt. Und Klubkollege Max ergänzt: «Es gibt kein vielfältigeres Spiel als Schach».

Beide Schachkönige spielen auch Fussball. Max, als Verteidiger, beim FC Aesch, wobei er momentan eine schöpferische Pause vom Kicken macht. Sajithan ist beim FC Therwil und ein gefürchteter Mittelstürmer – noch bekommt er beide Sportarten gut unter einen Hut.

Jugendförderung im Zentrum

Dass beide Schachkönige dem SC Therwil angehören, ist nicht ganz Zufall. Der 1973 gegründete Verein investiert viel in die Nachwuchsförderung. «Wir haben derzeit gut 60 Nachwuchsspieler – Buben und Mädchen», so Vorstandsmitglied Peter Hug, der für das Ressort Jugendschach verantwortlich ist. Und dank Präsident und Klubgründer Peter Märki, dem «Mister Schach» im Leimentaler Dorf schlechthin, findet in Therwil alljährlich das schweizweit grösste Junioren-Turnier, der Team-Cup, statt. Heuer wird der Gastgeber im März gleich mit zwei Königen antreten können.