Starwings

In allen Belangen nicht gut genug - Die Starwings verlieren gegen den BBC Monthey klar mit 64:83

Kevin Blaser im Einsatz für die Starwings.

Kevin Blaser im Einsatz für die Starwings.

Hatte das Exil in Liestal einen 92:82-Sieg - allerdings über das Co-Schlusslicht Win-terthur - gebracht, endete die Nationalliga-A-Première im Kleinbasel mit der Erkennt-nis, dass der Schweizer Meister in allen Belangen mindestens eine Nummer zu gross war.

Das Birstaler Basket-Kombinat, das seit Wochen in der Fremde die „Heimpartien“ austra­gen muss, kann und muss nicht gegen den Schweizer Meister gewinnen. Auch wenn die­ser ebenfalls durch „Turbulenzen“ (der administrativen Art) noch nicht im gewünschten Fahrwasser ist. Aber die (Finanz-)Möglichkeiten von Unterbaselbietern und Wallisern ste­hen diametral zueinander.

Es gibt Partien, wo man mit den ersten Ballwechseln spürt, dass es nur einen Gewinner geben kann. Dies war am Samstagabend im „minderen Basel“, wie ein Teil der  Rhein­stadt das Kleinbasel nennt, der Fall. So sahen es auch die Reporter von Radio Chablais, die seit jeher ihre Mannschaft überall begleiten und nonstop live kommentieren.

Schnell „fertig lustig“...

Sicher, nach etwas mehr als vier Minuten führten die Gastgeber mit 14:8 – der Aussensei­ter hatte flott begonnen und das Quartett Petar Babic, Allyn Hess, Brunelle Tutonda (zu­letzt drei von drei Dreiern!) und Nemanja Calasan punkteten fleissig und abwechslungs­weise. Zwei Minuten später stand es aber 14:21 – und „damit war fertig lustig“, wie die chauvinis­tischen Walliser Lokalreporter ihrer Hörerschaft freudig mitteilten. Dieser Run von 13:0 war ein Zeichen, dass sich der BBC Monthey nicht mehr, wie vor drei Wochen, in Lu­zern über­raschend liess, wo der Schweizer Meister sich eine bittere 80:81-Niederlage, we­gen Arroganz und Nonchalan­ce, eingehandelt hatte. War das erste Viertel skoremässig noch nahezu ausgeglichen, wurde die Diskrepanz in den zweiten zehn Minuten deutlich. Zur Pause wussten alle, dass der Vergleich zwischen David und Goliath zu Gunsten des Riesen ausgehen würde.

Erster Korb von Streich

Die zweite Halbzeit verkam zu einer zähen Angelegenheit. Fehlwürfe und -pässe, beid­seits, häuften sich. Aber man durfte freudig konstatieren, dass U18-Nationalspieler Luca Streich (17) seinen ersten Korb in der Nationalliga A erzielte. Und Robert Devcic gab nach mehrwöchiger Verletzungspause sein Comeback – in der Rotation kann der Zürcher der Equipe behilflich sein. Und gut, dass sich die Schulterblessur von Branislav Kostic als nicht so gravierend herausstellte – einen derart guten Wurftag wie am Mittwoch in Liestal hatte das Birsfelder Eigengewächs nicht, wobei er weiterhin Schmerzen in der lädierten Schulter spürte. Aber er „musste“ spielen, weil das Comeback von ex-Captain Joël Fuchs anscheinend bereits wieder beendet ist…

Monthey verkraftete nicht nur die kürzliche Forfait-Niederlage gegen Massagno (was den Wallisern vier Punkte und vier Ränge kostete), sondern auch den Ausfall von Jonathan Kazadi und Terrance Henry. Der Stammaufbauer, auch der Nationalmannschaft, wie auch der etatmässige Center sind verletzt – ihre „Ersatzspieler“ (Gilles Martin und der Serbe Uros Nikolic) ersetzten sie ordentlich (Martin) bis gut (Nikolic).

Who is Kevin Blaser?

Und dann entdeckte man einen Jungen namens Kevin Blaser. Der 18-jährige Zweimeter-Mann kehrte in diesem Sommer von einem mehrjährigen USA-Aufenthalt zurück. In Bra­denton, bei den Florida Vipers, hatte der dunkelhäutige „swiss guy“ für Furore gesorgt, so dass im Abschlussrapport über ihn stand: Dribbling gut, Pässe gut, Rebound gut, Athletik exzellent – und nur beim Wurf war ein „durchschnitt“. Aber dieser „Unbekannte“ war gut genug, um als 7. Mann in 21 Minuten gleich 17 Punkte zu erzielen. Wer aber Insider ist, weiss, dass einige Ausbildungstrainer diese Trouvaille als potenziellen dritten NBA-Schweizer nach Thabo Sefolosha und Clint Capela handeln. Am Samstag setzte er in der Dreirosen-Halle im „Glaibasel“ eine erste, starke Duftmarke.

Kevin Blaser posiert im Dress der Starwings.

Kevin Blaser posiert im Dress der Starwings.

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