Der im schweizerischen Basel wohnhafte 33-jährige Deutsche setzte sich am Ende der zweiten 10 Kilometer langen Laufstrecke gegen den Dänen Søren Bystrup letztendlich mit einer halben Minute Vorsprung durch. Platz 3 ging an den Franzosen Benjamin Choquert. Bei den Frauen war das Rennen schon sehr früh zugunsten der ebenfalls in der Schweiz wohnhaften Britin Emma Pooley entschieden. Die dreifache Seriensiegerin über die Powerman Duathlon-WM-Langdistanz hatte nach 10 Lauf-, 60 Rad- und nochmals 10 Laufkilometern einen Vorsprung von über neun Minuten auf die überraschend starke Deutsche Mitteldistanz-Triathletin Laura Zimmermann. Platz 3 ging an die Österreicherin Sandrina Illes.

Man könnte es auch anders sagen: Die neuen Europameister über die Powerman Duathlon-Mitteldistanz kommen beide aus der Schweiz. Der deutsche Felix Köhler wohnt in Basel und startet für den TV Grenzach und die Britin Emma Pooley wohnt in Hausen am Albis im Kanton Zürich. «Erst auf der Zielgeraden war ich sicher, dass ich gewinnen würde, denn zuvor schaute ich nie zurück und wusste nicht richtig, wie gross mein Vorsprung auf Søren Bystrup war, der noch bis wenige Kilometer vor dem Ziel geführt hatte», meinte ein überglücklicher neuer Europameister im Ziel. «Vor einem Rennen bin ich zwar stets sehr nervös und ich überlege mir immer wie ich den Wettkampf erfolgreich bestreiten kann, doch nun darf ich sagen, dass ich mit meiner Leistung sehr zufrieden bin», gab sich Emma Pooley gewohnt bescheiden.

Schweizer knapp am Podest vorbei

Das Duo hätte auf dem Podest beinahe noch mehr echten Schweizer Zuwachs bekommen. Bei den Männern lag Fabian Zehnder aus Wädenswil eine Zeitlang auf Platz 3, wurde am Schluss dann guter Fünfter und verpasste das Podest um zweieinhalb Minuten. «Dies war bisher mein Karriere-Höhepunkt. Ich hatte auf den letzten Laufkilometern Krampferscheinungen und versuchte einfach meinen eigenen Rhythmus zu gehen», so der 30-jährige Zürcher. Bei den Frauen machte Nina Brenn aus Flims Waldhaus je länger das Rennen dauerte umso mehr Ränge wett. Die Titelverteidigerin und letztjährige WM-Zweite wurde schliesslich Vierte und verpasste das Podest um eine Minute. «ich war irgendwie nicht richtig parat für ein so kurzes Rennen, das 10 Kilometer länger hätte gehen müssen, damit ich es noch aufs Podest geschafft hätte», bilanzierte die 38-jährige Bündnerin.

EM hier – WM da

Dieses Quartett wird sicherlich in Zofingen am 3. September 2017 an den Start der Powerman Duathlon Langdistanz-Weltmeisterschaften gehen. Ebenso wird dies bei den Männern der Zweitplatzierte Däne Søren Bystrup tun. Und dass die Mitteldistanz-EM in St. Wendel ganz ein anderes Rennen ist als die Langdistanz-WM in Zofingen (10 Km Laufen, 150 Km Radfahren und 30 Km Laufen), zeigte Seppe Odeyn auf. «Meine Liebe gehört ganz klar dem Powerman Zofingen, denn das wird der Saisonhöhepunkt und aufgrund der längeren Distanzen eine echte Prüfung sein», meinte der WM-Titelverteidiger aus Belgien, der mit Platz 4 in St. Wendel nicht zufrieden war. Ganz anders ist die Situation bei Emma Pooley. Der 35-jährigen Britin scheint es fast egal zu sein über welche Distanz ein Duathlon-Rennen geht, sie gewinnt es.

Bilanz Stefan Ruf

Auch die Powerman Zofingen-Führungscrew war mit einer Delegation in St. Wendel. «Wir verfolgten mit Spannung, wie es das OK hier an der EM gemacht hat», so Stefan Ruf, der OK-Präsident des Powerman Zofingen, der den einten oder anderen Input mit nach Hause nehmen konnte. Man sehe aber auch, was man in Zofingen sehr gut mache. «Immerhin tragen wir am 3. September 2017 in Zofingen die 10. Powerman Langdistanz-Weltmeisterschaften aus. Die internationalen Verbände und die Athleten wissen, was man bei uns in Zofingen bekommt. Das hohe Qualitätsniveau in Zofingen ist sicherlich auch unserer langjährigen Erfahrung zuzuschreiben, wird dies heuer doch schon der 29. Powerman Zofingen sein.» Der EM-Rennausgang erstaunte Ruf nicht allzu sehr. «Geht Emma Pooley in einem Powerman Duathlon-Mittel- oder Langdistanz-Rennen an den Start, muss man sie zuerst einmal schlagen können. Bei den Männern hatten wir das gesamte letztährige Zofingen-Podest am Start, doch diesmal konnte sich Felix Köhler dank seiner Laufstärke am Schluss verdientermassen durchsetzen.» Dass die EM-Zweite Laura Zimmermann sich überlegt, in Zofingen über die Kurzdistanz (10 Km Laufen, 50 Km Radfahren und 5 Km Laufen) zu starten, freut Ruf. «Das WM-Rennen in Zofingen ist das härteste Duathlon-Rennen der Welt und so macht es Sinn, dass man zuerst über die Kurzdistanz Erfahrungen sammelt. Das gilt auch für Breitensportler, die nicht gleich über die Langdistanz antreten wollen. Übrigens, auch Felix Köhler hat einmal in Zofingen zuerst über die Kurzdistanz angefangen.»