Es sei in aller Deutlichkeit gesagt, dass die Starwings gegen Fribourg nicht gewinnen müs­sen – und es derzeit auch nicht können. Es gab Zeiten, da waren die „Wings“ der Angst­gegner des Rekord- und Schweizermeisters, der zugleich auch der Vorzeigeklub des Lan­des ist und sich heuer - nach vielen Exploits in der Qualifikationsphase - für die Champi­ons League qualifiziert hat. Und in diesem Wettbewerb, den die Starwings maximal vom Fernsehen her kennen, gibt FO eine gute Figur ab und zwang Venezia, vor zwei Jahren italienischer Meister und Europacup-Sieger in die Verlängerung. 

Das Duell Olympic gegen das Arlesheimer-Birsfelden Kombinat war ungleich. Und zuletzt verkam es auch resultatmässig zu einem „Massaker“, denn nach 33 Minuten stand es „nur“ 75:63 – und namentlich im dritten Viertel waren die Unterbaselbieter dem Rivalen überle­gen gewesen und hatten den Pausenrückstand sukzessive verkleinert. Ein Justin Mitchell war – ausnahmsweise – ein umsichter Spielmacher, streute einige feine Assists ein und seine Wurfquote war korrekt. So, wie die Starwings bei den Dreiern eine bessere Quote als die Freiburger aufwiesen. 

Zuletzt war es ein Waterloo... 

Aber dann setzte es innert Minuten einen 18:0-Run ab – und das Gastquintett wurde über­rannt, durchgeschüttelt und zum Spielball degradiert. Im Boxen hätten die Betreuer umge­hend das Handtuch werfen müssen – derart krass war die Überlegenheit der Romands. Und statt ei­nes anständigen Resultates verliess Cheftrainer Roland Pavloski und sein Per­sonal die einzige Basket-Halle der Schweiz mit der Gewissheit, schlichtweg inferior zu sein, wenn der Rivale aggressiv spielt (vor allem verteidigt) und das fragile Starwings-Ge­füge wie ein Kartenhaus zusammenbricht. 

Es hat in jeder der neun Verlustpartien lichte Momente gegeben. Kurze Phasen, wo die Baselbieter „dran“ waren, wo man Positives sah. Das schon. Nur – über 40 Minuten waren alle, sowohl individuell wie als Kollektiv, überfordert. Die Equipe lässt in der Regel in jedem Match in den ersten 20 Minuten (erste Halbzeit) bis zu 55 Punkte zu; Athletik und Physis (Explosivität, Schnellkraft, Sprungvermögen) sind nicht auszumachen. Der Cupsieger aus dem Jahre 2010 hat die schwächste Offensive – in der Regel schaffte man in den letzten Partien knapp 70 Punkte. Defensiv ist man jedem Widersacher um Klassen unterlegen – ein jeder Rivale, der sein Spiel durchzieht, wirft 90 und mehr Punkte. Da lassen sich nur schwer Partien gewinnen. 

Besserung ist nicht in Sicht 

Während Olympic zu 26 Freiwürfen kam, standen die Birsfelder nur zehn Mal an der Frei­wurflinie. Ihr Inside-Spiel ist inexistent – man prallt an der Olympic-Defense förmlich ab. Und weil in keinem Match die vier Profispieler zusammen glänzten (in Freiburg gefielen Mitchell und Center Ryan Smith, der erneut 20 Punkte erzielte, während Auston Calhoun ein Schatten seiner selbst ist und Nemanja Calasan gegen die Freiburger Übermacht un­ter den Körben chancenlos war) und die Schweizer Akteure genug Mühe mit sich selber bekunden, sprechen die Resultate ein klare Sprache. 

Man kann jede Verlustpartie relativieren und die Niederlagen-Serie schönreden. Tatsache ist aber, dass die Starwings in keinem Spiel eine reelle Siegeschance hatten. Auch nicht gegen die „Kleinen“ wie Luzern, Vevey oder Lausanne/Pully. Und daran wird sich in den nächsten Wochen und Monaten auch nichts ändern.