Tischtennis
In jugendlichem Alter: Duo hofft auf Exploit in China

Lionel Weber und Elia Schmid starten im Einzel und Doppel an der Elite-WM in Suzhou. Die beiden 18-Jährigen gehören in ihrem jungen Alter bereits zur Schweizerischen Spitze.

Fabio Baranzini
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Lionel Weber (links) und Elia Schmid trainieren in Muttenz fast täglich zusammen.

Lionel Weber (links) und Elia Schmid trainieren in Muttenz fast täglich zusammen.

Fabio Baranzini

Die Schweiz ist an den Tischtennis-Weltmeisterschaften in den Einzel- und Doppel-Disziplinen, die ab Sonntag in Suzhou (China) stattfinden, mit drei Männern und zwei Frauen vertreten. Zwei davon sind gerade mal 18 Jahre alt, kommen aus der Region Basel und sind Klubmitglieder beim Schweizer Szenedominator Rio-Star Muttenz. Es sind dies der Reinacher Lionel Weber und der gebürtige Berner Elia Schmid, der mittlerweile in Pratteln wohnt.

Dass die beiden trotz ihres noch jugendlichen Alters bereits an der Elite-WM dabei sind, ist keine Überraschung. Weber und Schmid gehören dem Schweizer A-Kader an und spielen seit Jahren an der nationalen Spitze mit. Schmid holte sich vor einem Jahr den SM-Titel bei der Elite dank einem Finalsieg über Weber. In diesem Jahr war es Weber, der sich als bester Spieler das Landes feiern lassen durfte, während Schmid sich die bronzene Auszeichnung sicherte.

Neue Bälle aus Plastik

Sportgymnasiast Weber und Sport-KV-Lehrling Schmid, die fast täglich in Muttenz gemeinsam trainieren, bereiten sich seit längerem spezifisch auf die WM vor. Dabei investierten sie vor allem viel Zeit in die Umstellung des Materials. Seit diesem Jahr wird an den internationalen Turnieren mit Plastikbällen gespielt und nicht wie bis anhin mit Bällen aus Zelluloid. Dieser Wechsel wird in der Schweiz aber erst in der kommenden Saison vollzogen und so müssen die beiden Youngster bei den nationalen Turnieren nach wie vor mit den alten Bällen spielen, an der WM jedoch mit den neuen. «Es ist je nach Spielstil schon eine ziemlich grosse Umstellung, denn die Plastikbälle sind etwas langsamer und das Absprungverhalten ist anders», erklärt Schmid. Rund zwei Monate seien nötig, bis das Spielgefühl dasselbe sei.

Um sich den letzten Schliff vor der WM zu holen, haben Weber und Schmid vergangene Woche ein internationales Turnier in Luxemburg bestritten. «Es war wichtig, dass wir uns mal mit anderen Gegnern messen konnten, als immer gegen die gleichen Schweizer zu spielen. Zudem ist das Tempo höher und die Bedingungen am Wettkampfort sind anders», so Weber. Entsprechend taten sich die beiden Sportler anfänglich schwer und schnitten daher leicht unter den eigenen Erwartungen ab. Schmid belegte Rang 49, Weber immerhin den 37. Platz.

Hoffen auf Exploit

Aber eine misslungene Generalprobe ist ja bekanntlich kein schlechtes Omen. Und so sind die beiden Tischtennis-Cracks, die am Donnerstag abgereist sind, guter Dinge, dass es an der WM besser laufen wird. «Die ersten zwei oder drei Runden sollten wir überstehen. Danach werden die Gegner deutlich stärker. Wenn wir einen super Tag erwischen, können wir vielleicht einen Exploit landen und einen Gegner aus der Region der Top 100 schlagen, aber danach ist definitiv Endstation», sagt Weber, der aktuell auf Rang 346 der Weltrangliste geführt wird. Damit liegt er 21 Plätze vor Schmid.

Im Doppel noch nicht gefunden

Gemeinsam treten die beiden Baselbieter auch im Doppel an – allerdings ohne grosse Ambitionen. «Das Doppel hat keinen allzu hohen Stellenwert. Daher trainieren wir diese Disziplin auch nur selten und haben uns als Team noch nicht so ganz gefunden, um es mal vorsichtig zu formulieren», meint Schmid mit einem Schmunzeln.