Als Roland Walser den Saisonkalender seiner Tochter zeigt, muss er schmunzeln: «Es erinnert ein wenig an Roger Federer. Welches Turnier kommt infrage, welches müssen wir auslassen?» Im Leben der Walsers dreht sich (fast) alles um Squash. Von der Passion der Eltern infiziert, wechselte auch die 14-jährige Frenkendörferin vor drei Jahren vom Tennis zum Squash. «Ich mag die Geschwindigkeit und Dynamik», sagt Céline.

Pendeln zwischen NLA und NLB

Mittlerweile spielt das Jungtalent fix bei den Liestal Carnivals, und pendelt dort zwischen dem NLA- und NLB-Team. Ihren ersten Einsatz in der höchsten Spielklasse hatte Céline Mitte November beim glatten 3:0-Sieg gegen Fricktal, wo sie ihrer Konkurrentin Alcija Kulp mit 11:6, 11:5 und 11:2 nicht den Hauch einer Chance liess. «Es war ein tolles Gefühl», fasst die Baselbieterin kurz und knackig zusammen.

Mutter Beatrice als Trainerin

Unter der Leitung ihrer Mutter Beatrice, welche die beiden Liestaler Frauenteams trainiert, soll Céline langsam an die oberste Spielklasse herangeführt werden: «Sie ist mental stark und hat eine gute Technik. Leider verliert sie bei Rückständen noch zu oft den Glauben an sich selber».

Neben der nationalen Meisterschaft im Team, liegt der Fokus von Céline aber vermehrt auf europäischen Wettkämpfen. Genauer gesagt auf den «Super Series», wo sich die besten Europäerinnen des Jahrgangs in acht Turnieren untereinander messen. Egal ob in Lille, London, Kopenhagen oder Amsterdam – Céline spielt so viele Turniere wie sie kann. «Das Reisen macht Spass, ich freue mich auf jedes Turnier», sagt die Oberstufenschülerin. «Zum Glück ist die Schulleitung kulant und gewährt Céline die nötige Freizeit um für ein verlängertes Wochenende Wettbewerbe zu besuchen», dankt Beatrice Walser.

Der 5. EM-Platz als Highlight

Das bisherige Highlight in Célines junger Karriere ist der 5. Platz in diesem Jahr an der Team-EM. Auch wenn sich die Frenkendörferin dort mit der Reservistenrolle begnügen musste, kam sie trotzdem zu Einsätzen. «Der ganze Rummel an so einem Grossanlass ist schon speziell», strahlt die Nummer 2 des Schweizer 98-er Jahrgangs. Jüngst holte sie sich am Prestige-Turnier an den Swiss Junior Open den befriedigenden 5. Platz unter 16 Teilnehmerinnen. Während die nationale Meisterschaft ruht, planen die Walsers fleissig die zweite Saisonhälfte bis im Mai 2013. Höhepunkte wird es für die Schülerin wieder einige geben.

Auf nach London

Bereits Anfang Januar jettet Céline mit der Familie nach London und wird dort versuchen ihre Super-Series-Punkte auszubauen. Die Form stimmt. Und wer weiss, vielleicht schafft sie ja auch bei den Carnivals den definitiven Sprung ins Oberhaus. Céline bleibt diesbezüglich bescheiden, sagt nüchtern: «Ich nehme Schritt für Schritt, und schaue was noch auf mich zukommen wird.»