Briefe für Tokio

Jason Joseph: «Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha war speziell»

Jason Joseph egalisierte an der Weltmeisterschaft in Doha seinen Schweizer Rekord.

Jason Joseph schaffte es an seiner ersten Weltmeisterschaft in den Halbfinal im Hürdenlauf. In seinem Brief blickt er zurück auf den Wettkampf und erklärt, warum ihm das Leben in Doha ausserhalb des Stadions nicht besonders gefiel.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha war ein super Erlebnis, das mich in meiner Zielsetzung bestärkt hat. Ich habe viele neue Eindrücke erhalten, die mich motiviert haben. Dazu gehört, dass ich erstmals den Ablauf einer Weltmeisterschaft miterlebte. In Doha war alles anders als an einer Schweizer Meisterschaft. Mein absolutes Highlight war es, die Athleten der Weltspitze kennen zu lernen und sogar zwei Hürdenläufe mit ihnen zu bestreiten.

Der Wettkampf an sich war ein wenig speziell. An gewissen Tagen war das Stadion so gut wie leer. Dies hatte natürlich eine Auswirkung auf die Stimmung. Auch das Publikum war sehr verhalten. Ich kann mich aber noch gut an meinen Halbfinallauf erinnern, als ich vorgestellt wurde: Die Schweizer Fans waren da und ich habe sie gehört! Das hat mich sehr gefreut und ich habe mich geehrt und unterstützt gefühlt. Gegen Ende der Wettkämpfe war das Stadion merklich besser besetzt, was auch die Stimmung im Stadion zum Besseren verändert hat.

Das Leben ausserhalb des Stadions erschien mir in Doha nicht so spannend. Alles spielte sich hauptsächlich in den Shopping Malls ab. Es gibt keine Innenstadt wie bei uns, wo man schnell mal hinfährt und sich zum Kaffeetrinken und Chillen trifft. Es ist auch einfach zu heiss draussen. Man fährt mit dem Taxi von Mall zu Mall, um sich zu treffen. Was mir auf meinen Taxifahrten durch Doha aber aufgefallen ist, ist die Architektur. Es gibt sehr viele spezielle und wunderschöne Gebäude, wie zum Beispiel das Museum of Islamic Art.

Sehr interessant war der Besuch in der Residenz eines Schweizer Botschafters. Normalerweise kenne ich solche Anlässe nur aus dem Fernsehen. Einmal eine Botschaft von innen zu sehen, war schon sehr eindrücklich. Und das Essen war sensationell.

Durch die Teilnahme an der WM stehe ich in der Weltrangliste nun einiges besser da. Ich bin unter den Top 40. Somit bin ich davon überzeugt, dass einer Teilnahme in Tokio – wenn nicht alles komplett schiefläuft – nichts mehr im Wege steht.

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