Jeffrey, du hast deine Punkteserie auch am fünften Rennwochenende fortgesetzt. Mit dem elften und zehnten Platz in den beiden Rennen kannst du aber nicht zufrieden sein...

Überhaupt nicht! Zandvoort war leider mein schwächstes Wochenende in dieser Saison. Da trösten auch die beiden Punkte-Finishs nicht drüber hinweg. Die Plätze elf und zehn können angesichts des bisherigen Saisonverlaufs nicht mein Anspruch sein. Ich kämpfe schliesslich noch um die Meisterschaft. Ich war als Zweiter der Gesamtwertung nach Zandvoort gereist und musste jetzt leider einen Rückschlag hinnehmen.

Im Qualifying bist du normalerweise ein Kandidat für Plätze unter den Top-3. Was war in Zandvoort los?

Seit dem Supercup-Wochenende zuletzt in Silverstone hat mein Auto einiges an Speed eingebüsst. Dort fuhren wir mit einem neuen Motor, weil mein eigentlicher Motor zurzeit revidiert wird. Nachdem es in Silverstone Probleme gab, nutzten wir in Zandvoort wieder ein neues Aggregat. Der Motor an sich war auch in Ordnung, aber mein Auto lief überhaupt nicht. Ich hatte in jeder Session extremes Untersteuern und konnte kaum lenken. Zur Spitzengruppe fehlten mir knapp 1,2 Sekunden, also viel zu viel für unser eigentliches Niveau. Ich musste im Qualifying also mit stumpfen Waffen kämpfen und kam nicht über die Plätze zwölf und elf hinaus.

In den Rennen konntest du dann auch nicht viel ausrichten, oder?

Nein, leider nicht. Ich hatte gute Starts und habe in den beiden Rennen keine Fahrfehler gemacht. Ich habe mit 110 Prozent gepusht, aber es ging einfach nichts mit dem Auto. Wir haben extrem viel Grip auf die Vorderachse gegeben, trotzdem liess das Untersteuern nicht nach. Somit war ich chancenlos. Das war sehr komisch und hinter dem Wochenende steht nun ein grosses Fragezeichen. Wir hatten das gleiche Setup wie meine Teamkollegen, die am Wochenende viele Punkte eingefahren haben. Nach dem ersten Rennen haben wir die Dämpfer gewechselt und die Federn genau unter die Lupe genommen, daran lag es aber nicht. Am kommenden Mittwoch testen wir in Spa-Francorchamps. Hoffentlich finden wir dann eine Lösung. In unserem Team arbeiten absolute Profis, deshalb bin ich zuversichtlich.

In der Meisterschaft bist du vom zweiten auf den fünften Platz zurückgefallen. Wie gehst du damit um?

Die verlorenen Punkte aus Zandvoort tun natürlich weh. Das ist ärgerlich, weil ich effektiv nichts dafür konnte. Ich bin in fünf von sieben bisherigen Saisonrennen in die Top-5 gefahren und war auch in den Qualifyings stets in der Spitzengruppe. In Zandvoort habe ich das Rennfahren ja nicht plötzlich verlernt... Aber aus dem Rückschlag ziehe ich meine Lehren gehe gemeinsam mit dem Team gestärkt daraus hervor. Ich habe nur elf Punkte Rückstand auf den zweiten Platz in der Meisterschaft. Wenn es nächstes Mal wieder so läuft wie beim Grossteil der Saison, kämpfe ich mich wieder zurück. Ich bin jetzt nur noch motivierter, weitere Podestplätze und Punkte zu sammeln.

In zwei Wochen geht es für dich im Porsche Mobil 1 Supercup weiter. Im Vergleich zu einigen anderen Fahrern kennst du den Hungaroring in Ungarn noch nicht so gut. Wie gehst du das Wochenende an?

Im vergangenen Jahr bin ich im Porsche Carrera Cup erstmals auf dem Hungaroring gefahren. Einige meiner Konkurrenten verfügen über wesentlich mehr Erfahrung auf dem Formel-1-Kurs. Da mache ich mir aber keine Sorgen. Ich kann mich ziemlich schnell an neue Bedingungen anpassen. Die Strecke ist sehr kurvenreich, vor allem im Mittelsektor mit den Rechts-/Links-Kombinationen. Es ist wichtig, die Bremspunkte gut zu erwischen und einen sauberen Fluss zu bekommen. Sonst kann man viel Zeit liegen lassen. Der Hungaroring ist wegen seiner Geschichte ein Kurs mit Charakter und sehr beliebt bei den Fans. Ich erwarte volle Tribünen, wenn wir dort im Rahmen der Formel 1 fahren. Die Zuschauer sollten genügend Sonnencrème einpacken, erfahrungsgemäss wird es am Wochenende sehr heiss. Im Cockpit unseres Porsche 911 GT3 Cup können die Temperaturen auf bis zu 65 Grad ansteigen.