Kajak
Jegou: «Wir sitzen alle im gleichen Boot»

In Hüningen sollen künftige Olympioniken geschmiedet werden. Bereits 2012 in London soll ein Basler starten.

Gregory Mathys
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Die Region Basel soll 2012 und 2016 an den Olympischen Spielen durch einen Slalomfahrer im Kajak vertreten sein. Um dies zu erreichen, haben Anna Schaffner und Heinz Lüscher einen Leistungsstützpunkt in Hüningen unter dem Namen «Slalom Region Basel» gegründet. Als Trainer konnten sie den ehemaligen Schweizer Nationalcoach Marc Jegou für sich gewinnen, welcher sich vollamtlich dem Projekt widmen wird.

Das Konzept sieht zwei verschiedene Leistungsgruppen vor. Einerseits die Gruppe A, welche sich aus maximal fünf Athleten mit realen Ambitionen auf das Nationale A-Kader zusammensetzt. Andererseits die Abteilung B, welche fünf bis zehn Kajakfahrern ein wöchentliches Training ermöglichen soll.

«Endlich haben wir einen Trainer»

Die Mitglieder der Gruppe A – alles Studenten der Universität Basel – haben das Training mit Jegou bereits aufgenommen. Unter den Mitgliedern befindet sich neben Andrea Gratwohl, Jeremias Schläfli und Lukas Werro auch Moritz Lüscher, Sohn der Projektinitianten und diesjähriger Schweizer Meister. Er sieht das Leistungszentrum als grosse Chance: «Endlich haben wir unseren eigenen Trainer, der die Trainingspläne erarbeitet, während wir vorher alles alleine organisieren mussten.» Zudem sei auch die Zusammenarbeit in einem Team leistungsfördernd: «Wir werden uns gegenseitig zu besseren Leistungen pushen.»

Das Vorstandsmitglied im Leistungssport des Schweizerischen Kanuverbandes, Manfred Walter, verfolgt die Entwicklung mit Wohlwollen. «Dieses Zentrum ist längst überfällig, macht mir Freude und tut dem Kanusport in der ganzen Schweiz gut.» Er warnt aber auch vor allzu grossen Erwartungen: «Eine Teilnahme an Europameisterschaften ist bereits ein riesiger Erfolg. Deshalb sollte nicht alles auf Olympische Spiele ausgerichtet sein.» Trotzdem sind die Spiele von Rio de Janeiro 2016 natürlich das Fernziel der Athleten. Teilnehmen wird aber nur einer, da gar nicht mehr Startplätze für Olympia vorhanden sind.

Gemeinsame Ziele erreichen

Vorerst sind aber noch organisatorische Fragen zu klären. Einerseits die Finanzierung, wobei die Basler Kantone wahrscheinlich 15000 Franken beisteuern werden. Andererseits die Zusammenarbeit mit den Basler Klubs, wozu ein Koordinationstreffen geplant ist. Schliesslich sind auch die Beziehungen zum Verband, welcher zwar kein Geld zur Verfügung stellen kann, aber über die Selektionen entscheidet, äusserst wichtig. Die Basler hoffen, mit dem Verband gemeinsame Ziele zu erreichen. Oder wie es Jegou ausdrückt: «Wir sitzen alle im gleichen Boot.»