Nicht nur der neue Sm’Aesch-Trainer Timo Lippuner wusste vor der Partie gegen Franches-Montagnes, dass nur ein Sieg seine Mannschaft weiter bringen kann: «Unsere Gegnerinnen sind im Angriff sicher stärker, deshalb müssen wir versuchen, sie mit unserem Service unter Druck zu setzen und die Eigenfehlerquote tief halten.» Doch diese Aussage verkam schon zu Beginn des ersten Satzes fast zur Makulatur. Nach einem 0:4-Rückstand brauchte es beim unentschiedenen Spielstand von 10:10 den schönsten Ballwechsel des Spiels, um das Heimteam erstmals in Führung zu bringen.

Fabienne Geiger, die talentierte Beach-Volleyballerin rettete in der Feldverteidigung zwei schier unmögliche Bälle und Topskorerin und Geburtstagskind Kayla Neto brachte Sm’Aesch erstmals in Führung. Doch in der Folge schlichen sich beim Birstaler Kombinat wieder zu viele Service- und Annahmefehler ein, sodass der Startsatz nicht unverdient an die Gäste aus dem Jura ging. Der Headcoach vermochte sein Team aber nochmals neu zu motivieren. Mit einigen geschickten taktischen Schachzügen brachte er das Dispositiv seines Gegenübers ins Wanken. So nahm er beim Spielstand von 20:19 seine Passeuse Caitlyn Donahue vom Feld und ersetzte sie durch die erst 18-jährige Angreiferin Audrey Wallnöfer. Diese Massnahme griff, auch dank einiger guter Services von Geiger, und der angestrebte Satzausgleich wurde Tatsache. Die Stimmung beim Lippuner-Team war zu diesem Zeitpunkt ausgezeichnet. Jeder Punkt wurde von der ganzen Mannschaft und dem Trainerstab euphorisch bejubelt und es kam auch beim Publikum Hoffnung auf.

Nach einer sauber herausgespielten 8:3-Führung riss aber bei den Sm’Aesch-Spielerinnen der Faden komplett. Egal wer auf dem Feld stand, die Punkte machte praktisch nur noch Franches- Montagnes und diese vor allem die beiden US-Angreiferinnen Emily Stockman und Kelli Fiegen. Das hiess im Klartext: Mit einem zwischenzeitlichen Punkteverhältnis von 3:18 war der Satzverlust nicht mehr abzuwenden und die Köpfe von Sm’Aescherinnen hingen immer tiefer. Wie angeschlagen das Nervenkostüm von Sm’Aesch ist, zeigte sich auch im vierten Satz.

Nach einer 5:2-Führung kam bereits der nächste, unerklärliche Einbruch. Nicht nur den Nachwuchskräften Geiger oder Lisa Gysin unterliefen im Angriff auf diesem Niveau unglaubliche Fehler, sondern auch bei der sonst über 50 Prozent der Punkte für ihr Team erzielenden Neto lief es plötzlich nichts mehr zusammen. Hilflos ergaben sich die Spielerinnen um Capitaine Laura Tschopp und einer in den beiden letzten Sätzen völlig neben sich stehenden Passeuse Donahue ihrem Schicksal und brachten praktisch kein Bein mehr vor das andere. «Jetzt braucht es mehr als ein Wunder, um die Playoffs noch erreichen zu können», sagte ein ziemlich enttäuschter Lippuner nach dem verlorenen Spiel.