Am Samstagmorgen noch frühstückte er mit der Mannschaft, um sich dann in Richtung Flughafen Málaga aufzumachen. Das Samstags-Training liess er aus – offiziell wegen Beschwerden im Kreuz. Schon am Freitag ging er früher in die Kabine als die Kollegen, weil ihn da angeblich der Oberschenkel zwickte. Da wusste er wohl schon, dass er nicht mehr für Basel spielen würde. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat ist der 22-Jährige am Sonntag nach Dortmund geflogen. In seine zukünftige Heimat also.

Die Neuigkeit seiner Abreise verbreitete sich schnell. Aber sie hatte sich abgezeichnet. Selbst Wicky sprach davon, dass man damit habe rechnen müssen. Schliesslich wird Akanji seit Wochen mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Auch Liverpool, Manchester United und West Ham United hatten ein Auge auf den Shootingstar des FCB geworfen. Er aber peilte einen Wechsel in die Bundesliga an.

Doch auch wenn gewisse Medien schon am Samstag den Transfer als fix vermeldeten, unterschreiebn war noch nichts. Erst am Montag kam die Bestätigung des FCB. Derweil hatte sich Akanji am Sonntag bei seinem neuen Arbeitgeber alles angeschaut, den Medizintest absolviert und Details geregelt. 

Akanji ist der 29. Spieler des FCB, der seit der Jahrtausendwende in die Bundesliga wechselt. Von keinem anderen Verein wurden mehr Spieler in die Bundesliga transferiert.

Wicky fordert einen Ersatz

Der Verlust Akanjis ist für den FCB bitter. Auch wenn er damit mit gut 20 Millionen Euro entschädigt werden wird. Es wäre dies die zweithöchste Ablöse, die je für einen Spieler aus der Super League bezahlt worden ist. Nur Akanjis guter Freund Breel Embolo war teurer. Mit Akanji verliert der FCB jedoch einen Spieler, der im vergangenen Kalenderjahr stets gesetzt war. Nach seinem Kreuzbandriss im März 2016 hatte er im Februar letzten Jahres erst sein Comeback geben und sich auf Anhieb durchsetzen können.

Manuel Akanji (links) im Trainingslager des FC Basel.

Manuel Akanji (links) im Trainingslager des FC Basel.

Zu verdanken hat er dies seinen grossen Fähigkeiten. Er ist pfeilschnell, für sein junges Alter von 22 Jahren abgeklärt wie ein Routinier und hat eine enorm starke Spielauslösung. Während sein Partner in der Innenverteidigung, Marek Suchy, zuletzt immer wieder für einen Wackler gut war, konnte Akanji eine enorme Konstanz wahren. All diese Attribute bescherten ihm auch das erste Aufgebot sowie die ersten Einsätze in der Nati.

Klar ist, dass der FCB reagieren muss, sobald der Transfer fix ist. Dies bestätigt auch Wicky: «Wenn er gehen sollte, dann will ich einen neuen Innenverteidiger. Das habe ich mit Sportchef Marco Streller und dem Präsidenten so besprochen.» Man wolle nicht nur mit Marek Suchy und Éder Balanta sowie Nachwuchsspielern aus der U21 als Back-up in die Saison starten. «Das wäre zu wenig für unsere Ziele», sagt Wicky klar. Eine Verletzung der arrivierten Kräfte würde ihn sonst arg in Bedrängnis bringen.

Und auch die vor allem in der Champions League bevorzugte Dreierkette wäre schwierig zu spielen ohne adäquaten Ersatz. Mit Yiber Lokaj und Yves Kaiser bekamen am gestrigen Testspiel zwar zwei U21-Spieler eine Chance, ob es ihnen reicht, den Schritt in die erste Mannschaft schaffen, ist aber noch zu früh zu beurteilen. Wicky jedenfalls war zufrieden mit ihnen und wird sie in weiteren Einsätzen in Marbella genaustens beobachten.