Eine illustre Runde von Sportlern stöhnt und schwitzt und schwitzt und stöhnt in einem Fitnessraum inmitten des Industriequartiers von Jona. Konditionstrainer Robin Städler, der mit seinen Sypoba-Balance-Brettern schon Athleten wie Sarah Meier oder Jörg Abderhalden in Topform brachte, hat ein Dutzend Sportler zur Herkules-Woche geladen: eine Woche vollgepackt mit sportlichen Herausforderungen. Morgens wird im Fitnesscenter auf den Balance-Brettern trainiert, am Nachmittag wartet jeweils eine Überraschung, ebenfalls sportlicher Natur.

Höchstes Koordinationsniveau

Am Donnerstagmorgen wird im Center die Rumpfmuskulatur aufs Äusserste gefordert. Auf dem Bauch liegend balancieren die Sportler auf den Brettern mit der Rolle drunter, halten eine Stange horizontal in der Luft und müssen wechselseitig ein Bein heben. Bei dieser Übung dauert das Training schon beinahe eine Stunde, als Badmintonspieler Joel König ein Schmerzensschrei entweicht. Rechts neben dem Baselbieter leidet der Ostschweizer Schwinger Andy Büsser eher still, links von König schwitzt NHL-Torhüter Jonas Hiller. Das T-Shirt hat er schon längst weggelegt.

Kompletter Athlet im Zentrum

Städler ist als Konditionstrainer weitherum bekannt. Als diplomierter Swiss-Olympic-Trainer hat er sich 2003 selbstständig gemacht und die Firma Sypoba gegründet. Sein Stabilisations- und Krafttraining fordert den ganzen Bewegungsapparat und eignet sich deshalb für jede Sportart. Entsprechend trainieren bei ihm von Fussballern über Schwinger bis zu Golfern. «Die Sportart interessiert mich nicht, im Zentrum steht der Athlet», sagt Städler.

Nun folgen Liegestütze in verschiedensten Variationen. Dafür werden immer mehr Teile an die Bretter gesteckt – nur mit dem Ziel, das ganze Konstrukt noch instabiler zu machen. Abgeschlossen wird das Indoor-Training mit Übungen für den Rücken und die Beckenbodenmuskulatur.

Fortsetzung im Stadion

Vorbei ist der Morgen damit aber noch nicht. Weiter geht es im Stadion Grünfeld. Sprungkrafttraining ist angesagt. Städler hat sich eine Serie überlegt, bei der die Anzahl Sprünge stetig zunimmt. Am Ende müssen die Sportler 45 Strecksprünge am Stück – praktisch die ganze Stadionlänge – absolvieren. Egal, ob B-Kader-Skifahrer, gestandener Eishockeyprofi oder Badmintonspieler, kein Athlet dessen Oberschenkelmuskulatur nicht lichterloh brennen würde. Trotzdem feuern sich die Sportler gegenseitig an.

Überraschung am Nachmittag

Danach geht es zum Italiener, die Speicher etwas auffüllen. Nachdem die Montagsüberraschung eine 100-Kilometer-Rennradtour über Sattel und Ibergeregg war, am Dienstag die Badmintonspieler ihre Kollegen ihre Sportart nähergebracht haben und am Mittwoch Jörg Abderhalden persönlich ein Schwingtraining geleitet hat, geht es heute in einen Kletterpark. Das erfahren die Sportler aber erst, wenn sie vor Ort sind. Im Moment steht für sie im Vordergrund, für die Fahrt einen der drei freien Plätze in Jonas Hillers Cabrio zu ergattern.