Eigentlich wären die Voraussetzungen perfekt gewesen für Jolanda Neffs Comeback: 23 Grad und Sonnenschein herrschten auf der Pferdesportanlage Schänzli in Muttenz beim Swiss Cup. Seit der EM hatte die Ostschweizerin pausiert. Ähnlich wie bei Olympia reiste sie als Favoritin in die Lombardei zur Europameisterschaft. Wie in Rio stürzte sie auch Darfo Boario im Training. Im Sommer 2016 war es eine Rippenprellung, diesen Sommer eine Schulterverletzung. Sie musste das EM-Rennen aufgeben, pausierte. Bis Sonntag.

Der Moment schien richtig, die Bühne auch. Zuletzt hat Neff im Swiss Cup 15 Rennen in Serie gewonnen. Neff startet gut ins Rennen, doch im Sprint muss sie sich Mitfavoritin Sina Frei (20) geschlagen geben. Nur 0,2 Sekunden fehlten Neff fürs perfekte Comeback. Neff klagte danach über gewisse Probleme aufgrund ihrer Verletzung – gerade im Sprint. Frei profitierte und triumphierte wie schon in der Lombardei, wo sie U23-Europameisterin wurde.

Schurter mit Kettenriss

Bei den Elite-Männern scheitert mit Olympiasieger Nino Schurter (31) der nächste grosse Favorit. Schon in der zweiten Runde reisst ihm die Kette, er fällt zurück. Als wäre das nicht genug, fährt er danach auch noch einen Platten ein. Schurter versucht danach alles, aber mehr als der enttäuschende 23. Rang liegt nicht drin.

Ganz anders die Gemütslage für Nicola Rohrbach, der für das Goldwurst-Power-Team das Heimrennen fuhr. «In meiner Saisonvorbereitung ist dieses Rennen immer ein spezielles», sagt Rohrbach. Er fährt nicht nur das Heimrennen seines Teams, sondern er darf gleichzeitig auch noch seinen 31. Geburtstag feiern. Mit 26,6 Sekunden Rückstand auf den besten Schweizer, Matthias Stirnemann auf Platz 3, verpasst er aber das Podest als Vierter aber doch recht deutlich. «Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Resultat», meint Rohrbach zum vierten Rang.

Nebenprogramm sorgt für Spektakel

Das Rennen für sich entscheiden konnte übrigens der 21-jährige Neuseeländer Samuel Gaze, der seine Verfolger deutlich hinter sich liess. Er gewann mit 16,5 Sekunden Vorsprung deutlich vor dem Italiener Gerhard Kerschbaumer und Stirnemann (+20,2 Sekunden). Rohrbach direkt dahinter durfte übrigens bei der Siegerehrung auch mit auf die Bühne – wie im Mountainbike üblich. Aussergewöhnlich dann seine Siegesfeier: Er liess es Goldwürste über die Zuschauer regnen.

Nebst den Rennen der Elite-Frauen und -Männer kommen die Zuschauer in Muttenz in den Genuss eines Schanzenspektakels. Verschiedene Stuntfahrer aus aller Welt springen um die Wette. In mehreren Metern Höhe zeigen sie die waghalsigsten Tricks, nehmen kopfüber die Hände vom Lenker oder sorgen mit doppelten Salti für Staunen.

Daneben können die Besucher sich auch selbst aufs Bike schwingen: Auf dem EPM-Pumptrack, einer kleinen Konstruktion mit Steilwänden und Hügelelementen, konnte sich jedermann beweisen. Der Gewinner wurde letztlich mit einem Bier belohnt. Auch dafür waren die Bedingungen perfekt.