Leichtathletik
Jonasch ist zweieinhalb Mal um die Erde gelaufen

Der 47-jährige Basler Manuel Jonasch hat 100 000 Kilometer rennend zurückgelegt. 31 Jahre hat Reha-Therapeut Manuel Jonasch gebraucht, um die Distanz zu rennen. Gestern startete er in Basel zu den letzten zehn Kilometern.

Janine Müller
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Regierungsrat Christoph Eymann gratuliert Manuel Jonasch zu seiner Leistung

Regierungsrat Christoph Eymann gratuliert Manuel Jonasch zu seiner Leistung

JAM

31 Jahre hat Reha-Therapeut Manuel Jonasch gebraucht, um 100 000 Kilometer zu rennen. Gestern startete er in Basel zu den letzten zehn Kilometern. Bestimmt hatte Janosch in seiner Karriere schon härtere zehn Kilometer zurückgelegt. Die gestrigen im Stadion Schützenmatte in Basel gehörten aber bestimmt zu den schönsten zehn Kilometern, die er je hinter sich brachte. Denn als er im Ziel ankam, knackte er, bejubelt und angefeuert durch seine Fans, die 100 000-Kilometer-Marke. Eine eindrückliche Zahl und eine noch eindrücklichere sportliche Leistung. «Es ist ein super Gefühl. Heute hat einfach alles gepasst. Das wunderbare Wetter und all die tollen Menschen, die diese zehn Kilometer mitgelaufen sind. Einfach alles», strahlte der 47-Jährige nach dem Zieleinlauf.

Vor gut 31 Jahren begann Jonasch mit dem Lauftraining. Und von Anfang an führte er akribisch ein Lauftagebuch, in dem er sämtliche zurückgelegten Distanzen festhielt. «Vor sechs oder sieben Jahren habe ich die Kilometer einmal zusammengezählt und gemerkt, dass ich die 100000er-Marke erreichen könnte. Es war aber nie ein Ziel. Umso schöner, dass es sich so ergeben hat», erzählt der Basler Läufer. Der Trainer des Törli Sportsteam steht bereits am 4. Dezember am Klausenlauf in Allschwil wieder im Einsatz. Zudem trainiert er pro Woche sechsmal.

Auch der Regierungsrat von Basel-Stadt, Christoph Eymann, würdigte Jonasch in einer kurzen Ansprache, wobei er die 100 000 Kilometer auch in anderen Zahlen auszudrücken vermochte: «100 000 Kilometer entsprechen gemäss Manuel Jonasch auch 66 Millionen verbrannter Kalorien, das wären dann etwa 12 500 Tafeln Schokolade.» Und noch eine Zahl: Manuel Jonasch verbraucht pro Jahr ungefähr zwei bis drei Paar Schuhe. Der Basler Läufer befindet sich mit seinen 100 000 Kilometern in guter Gesellschaft. Christoph Ryffel, der Profiläufer, hat 190000 Kilometer absolviert und auch Viktor Röthlin legt in einer Marathonvorbereitung etwa 8000 Kilometer zurück.

Man mag sich fragen, warum sich einer zum Spass sechs Trainings in der Woche und ein Rennen pro Monat zumutet? «Ich liebe es, draussen zu sein. Das Laufen brauche ich zum Stress abbauen, danach fühle ich mich immer ausgeglichen. Auch die Wettkampfvorbereitungen mag ich, das macht einfach Spass», sagt Jonasch, der von seinem Vater mit dem Laufsportvirus infiziert wurde. «Früher spielte ich Fussball und ging oft mit meinem Vater auf den Vita Parcours. Im Fussball war ich aber ständig verletzt und kam nicht vom Fleck. Daher habe ich mich fürs Laufen entschieden», hält Manuel Jonasch fest. Und einen Grund zum Aufhören habe er auch nicht. Zu gross sei die Passion, die Leidenschaft für den Laufsport.

Na dann: «Auf die nächsten 100 000 Kilometer», sagts und verschwindet zum Apéro-Buffet.