Der Andrang ist gross, als Giuseppe Puglisi im Budo Sport Center in Liestal empfängt. Der Zentrumsleiter und Präsident des Shotokan Verbandes Schweiz SKA (Swiss Karate Association) will seinen Kampfsport näherbringen. «Karate ist nicht nur ein Sport. Es hat zwei verschiedene Seiten: Den wettkämpferisch, sportlichen Aspekt und den künstlerischen, wenn man es macht, um sich und seinen Körper besser kennen zu lernen», sagt Puglisi zu seiner grossen Leidenschaft. Der Schweizer mit italienischen Wurzeln muss sich auch auskennen mit dem Kampfsport aus Japan. Schon seit rund 35 Jahren betreibt der 50-Jährige Karate.

Die EM-Fahrer vom Budo Club Liestal, Ramona Brüderlin und Maurice Rösch

Die EM-Fahrer vom Budo Club Liestal, Ramona Brüderlin und Maurice Rösch.

Mit 25 Jahren gründete Puglisi das Center in Liestal, das nun das Regionale Leistungszentrum beider Basel beinhaltet und junge Spitzensportler ausbildet. «Ich habe das ehrlich gesagt nicht angestrebt. Die Leute im Verband meinten, dass ich gute Arbeit leiste, und fragten mich, ob ich nicht das Leistungszentrum übernehmen möchte», erinnert er sich. So gab er den jungen Athletinnen und Athleten in seinem Leistungszentrum seine Erfahrungen und Fertigkeiten weiter und konnte grosse Erfolge feiern bei der letzten Junioren Schweizer Meisterschaft: Alle zehn Karatekas, die Puglisi nominierte, holten eine Medaille. «Ich bin so stolz auf meine Leute. Sie geben alles», erläutert Puglisi voller Freude.

Die Grundlagen des Erfolgs

Doch woher kommen diese Erfolge? «Wir fordern im Training schon, was im Kampf wichtig sein wird: Emotionelle Kontrolle, Kondition und Konzentration, darüber hinaus betreiben das oft unterschätzte mentale Training. Wichtig ist sicher auch, dass ich als Trainer alles mitmache und nicht nur dabeisitze und zuschaue. Die Leute merken so, dass das keine leeren Worte sind», erklärt Puglisi. Seine Spitzenathleten seien bis zu 15 Stunden in der Woche bei ihm im Training, von Montag bis Freitag, am Wochenende hätten sie Wettkämpfe. Es gäbe Abkommen mit Schulen oder Arbeitgebern in Zusammenhang mit der Leistungssportförderung Baselland, damit sich die Karatekas ihrem Sport intensiv widmen können.

Diese Spitzensportler machten aber nur 20Prozent der Besucher seines Centers aus. Der Grossteil seiner Schüler betreibe Karate als Ausgleich zum kopflastigen Alltag. Auch für ihn sei der Kampfsport ein wichtiges Gegenstück zur Arbeit gewesen.
Puglisi erklärt: «Ich konnte mit Karate vom Dienst als Polizist abschalten. Es kam dann aber der Punkt, an dem ich mich entscheiden musste, wem ich mich mehr widmen möchte.
Nun beschäftige ich mich nur noch mit Karate, Krav Maga und Sicherheitstrainings – es wird mir nicht langweilig.»

Diese Leidenschaft scheint der Motor zu sein für den lebensfrohen Giuseppe Puglisi. Eine Leidenschaft, die er auch seinen Schützlingen weitergibt.