FC Basel
Karfreitag im Wallis ist anders: Der FC Basel holt in Sion trotzdem drei Punkte

Der FC Basel trotzt katholischen Bräuchen und gewinnt an Karfreitag im Wallis mit 3:0 gegen Sion. Damit gelingt Rotblau anders als dem FC Zürich die Generalprobe für den Cup-Halbfinal am kommenden Donnerstag.

Jakob Weber
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Hier fällt das 1:0 für den FC Basel: Ricky van Wolfswinkel entwischt Sions André Neitzke und kommt unbedrängt zum Kopfball. Keystone

Hier fällt das 1:0 für den FC Basel: Ricky van Wolfswinkel entwischt Sions André Neitzke und kommt unbedrängt zum Kopfball. Keystone

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Karfreitag im Wallis ist anders. Obwohl der Kanton katholisch geprägt ist, wird hier am Jahrestag der Kreuzigung offenbar nicht allzu viel der Leiden Jesu gedacht. Es wird nicht wie sonst nach katholischem Brauch gefastet und zumindest in der Innenstadt und rund ums Stadion ist auch keiner abstinent. Im Wallis ist Karfreitag ein ganz normaler Arbeitstag, die Läden haben geöffnet und natürlich kann am Abend auch im Tourbillon Fussball gespielt werden. Während andere Ligen – wie zum Beispiel die deutsche Bundesliga – an Karfreitag pausieren, macht die Super League an diesem heiligen Tag keine Pause.

FCB-Trainer Marcel Koller sagt: «Ich bin katholisch erzogen worden, aber der Fussball macht nirgendwo halt.» Zumindest einem Teil seiner Stammspieler ermöglicht er, sich an diesem Karfreitag ein bisschen zu schonen. Bei der Generalprobe vor dem eminent wichtigen Cup-Halbfinal beim FC Zürich vom kommenden Donnerstag greift der FCB-Coach wieder in die Rotationskiste. Wie schon Ende Februar in Neuchâtel, dem Liga-Spiel vor dem Cup-Viertelfinal in Sion, bringt Koller im Vergleich zum vorherigen Spiel fünf Neue von Beginn an. Kevin Bua und Carlos Zambrano geben gegen Sion nach längeren Verletzungspausen ihr Comeback und auch Ricky van Wolfswinkel, Eray Cömert und Aldo Kalulu werden in die Startelf rotiert.

Die Chancenverwertung stimmt

Die vielen Wechsel steckt der FCB nicht einfach so weg. Zahlreiche Ungenauigkeiten und Missverständnisse prägen die Startphase. Weil auch Sion behäbig nach vorne spielt, bekommen die 12 800 Zuschauer im Tourbillon zunächst den Eindruck, als würden sich die 22 Spieler an die Deutschschweizer Variante des Karfreitags halten und nicht arbeiten. Mehr als ein paar ungefährliche Distanzabschlüsse gibt es nicht zu bewundern. In der 32. Minute sind die Fans entsprechend überrascht, als der Kopfball von Ricky van Wolfswinkel über die Brust von Sion-Verteidiger Bruno Morgado den Weg ins Netz findet. Es ist nach einer Zuffi-Ecke zu diesem Zeitpunkt der zweite Schuss aufs Tor überhaupt.

Nach dem Seitenwechsel muss der FCB zweimal wechseln. Raoul Petretta (zur Pause) und Eray Cömert (in der 53. Minute) müssen mit Waden- beziehungsweise Nackenproblemen raus. Sie werden durch Blas Riveros und Marek Suchy ersetzt. Trotz Rotation wächst die Zahl der angeschlagenen FCB-Spieler damit weiter an. Valentin Stocker und Eder Balanta waren wegen muskulären Problemen gar nicht erst mit ins Wallis gereist.

Auf dem Platz beenden beide Teams im zweiten Durchgang die 45-minütige Fastenzeit. Vor allem Sion drängt auf den Ausgleich. Jonas Omlin muss gegen Lenjani, Neitzke und Toma gleich dreimal retten. Der Goalie, der von seinen Mitspielern «Jesus» genannt wird, hält Rotblau im Spiel.

Anders als noch vor Wochenfrist gegen GC stimmt an diesem Abend die Chancenverwertung der Basler. Nach einem Handspiel im Strafraum verwandelt Luca Zuffi (84.) – wie schon im Cup-Viertelfinal an selber Stelle – den fälligen Penalty. Das 2:0 bringt die Entscheidung in diesem Spiel. Das dritte Tor fällt dann in der Nachspielzeit. Anto Grigic grätscht in eine Zuffi-Flanke und klaut Ricky van Wolfswinkel somit seinen zweiten Treffer.

Die Highlights im Video:

Mit drei Toren und drei Punkten im Gepäck kann der FCB frohen Mutes auf diesen etwas unreligiöseren Karfreitag zurückblicken und voller Selbstvertrauen in die wichtige Cupwoche gehen. Der FC Zürich verlor seine Generalprobe in Lugano mit 0:3. Das Tessin hält es mit dem Karfreitag übrigens genau gleich wie das Wallis.

Die Noten zum Spiel:

Jonas Omlin: 5,5 – Nach anfänglicher Mühe macht «Jesus» Omlin zwar nicht aus Wasser Wein, dafür aus allen Sittener Chancen Fehlschüsse.
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Silvan Widmer: 4 – Immer wieder mit guten Läufen in die Tiefe, aber auch immer wieder mit schlechten Flanken ins Zentrum.
Eray Cömert: 4,5 – Muss mit starken Nackenschmerzen in der 53. raus. Orchestriert bis zu diesem Zeitpunkt die Verteidigung.
Carlos Zambrano: 4 – Feiert am Karfreitag seine Auferstehung nach über zwei Monaten. Erklärt nach dem Spiel, dass er in Basel bleiben will.
Raoul Petretta: 4 – Fehler- aber auch akzentfrei. Am auffälligsten ist er dann, als er nicht mehr auf den Platz kommt nach der Pause.
Fabian Frei: 4 – Sein Flachschuss in der 17. rollt knapp am Tor vorbei. Danach fehlen offensive Akzente, zufrieden ist er trotzdem.
Taulant Xhaka: 4 – Obwohl er im Cup gesperrt fehlen wird, darf er in der Hauptprobe ran. Grossen Beitrag leistet er nicht zum Sieg.
Aldo Kalulu: 4 – Reüssiert weder mit seinen Solos noch beim Wunsch, einen Penalty zu kriegen. Zu allem Übel muss er verletzt raus.
Luca Zuffi: 5 – Bester Mann. Verwandelt in der 84. mit unglaublicher Ruhe den Penalty und legt die anderen beiden Tore auf.
Kevin Bua: 4,5 – Zwei Monate, nachdem er sich hier verletzte, gibt er in Sion sein Comeback. Probiert viel, alles gelingt ihm aber nicht.
Ricky van Wolfswinkel: 5 – Haut den Ball in der 32. mit dem Kopf ins Kreuz und erzielt so das 1:0. Schliesst mit seinem 11. Tor zu Ajeti (12) auf.
Blas Riveros: 4,5 – Ersetz in der Pause Petretta und kommt damit zu seinem zweiten Rückrunden-Einsatz. Holt fast einen Penalty raus.
Marek Suchy: 4 – Hätte eigentlich geschont werden sollen. Muss ab der 53. doch noch eingreifen, weil Cömert verletzt ist. Solid .
Noah Okafor: – Rennt ab der 70. an Stelle von Kalulu den rechten Couloir hoch und runter. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Jonas Omlin: 5,5 – Nach anfänglicher Mühe macht «Jesus» Omlin zwar nicht aus Wasser Wein, dafür aus allen Sittener Chancen Fehlschüsse.

ho

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