Mountainbike
Katrin Leumann: gesund, aber noch immer nicht fit

Die Mountainbikerin aus Riehen muss auf die Weltmeisterschaften verzichten. Ein Start macht keinen Sinn. Trotzdem ist das Rennen um eine Olympia-Teilnahme 2016 in Rio noch nicht gelaufen.

Fabio Baranzini
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Katrin Leumann blickt der Zukunft positiv entgegen.

Katrin Leumann blickt der Zukunft positiv entgegen.

Fabio Baranzini

Die Organisatoren des heutigen Amateur-Kriteriums in Riehen und des Bike-Orientierungswettkampfs am kommenden Samstag in Seewen dürfen sich freuen. Sie haben mit Katrin Leumann eine absolute Weltklassebikerin am Start.

Leumann selbst wäre lieber an der WM in Andorra an den Start gegangen und hätte sich mit den weltbesten Mountainbike-Cracks gemessen. Doch nach einer Saison, in der sich ein Missgeschick ans nächste reihte, musste die 33-jährige Riehenerin auf den Grossanlass verzichten. «Ich habe bei den Weltcup-Rennen in Übersee Anfang August merken müssen, dass ich diese Saison einfach nicht mehr mein gewohntes Niveau erreichen werde. Und unter diesen Umständen macht eine WM-Teilnahme keinen Sinn. Ich war schon zu oft an einer WM, um nur wegen des Erlebnisses hinzureisen», begründet Leumann ihren Verzicht.

Operationen am Laufmeter

Es ist schon eine beachtliche Leistung, dass Leumann überhaupt wieder Weltcuprennen fahren und auf eine WM-Teilnahme hoffen konnte. Denn die Baslerin musste zu Beginn dieses Jahres innerhalb weniger Tage nicht weniger als drei Operationen über sich ergehen lassen. Die erste aufgrund eines Trainingssturzes (Kieferbruch), die zweite war ein notfallmässiger Eingriff am Blinddarm.

Und nur wenige Tage danach musste sich Leumann erneut unters Messer legen, weil eine Klammer am operierten Blinddarm abgefallen war und sich eine starke Entzündung gebildet hatte. 23 Tage verbrachte Leumann im Spitalbett, statt sich wie ihre Konkurrentinnen auf die neue Saison vorbereiten zu können.

Keine Verbesserungen

Dieser lange Spitalaufenthalt kostete Kraft und warf Leumann weit zurück. Ende Mai kehrte die Riehenerin beim Weltcuprennen in Albstadt ins Renngeschehen zurück. Es resultierte Rang 35 – ein mehr als beachtliches Resultat. Doch dann geriet das Comeback ins Stocken. Statt wie geplant in der zweiten Saisonhälfte angreifen zu können, blieben die Platzierungen im Weltcup vergleichbar mit jener in Albstadt.

Und dann kam auch noch Pech dazu: Beim ersten von zwei Weltcuprennen im Übersee wurde Katrin Leumann gleich nach dem Start von einer Konkurrentin abgeschossen und stürzte heftig. «Ich hatte viel Glück, dass der Sturz glimpflich ausging», so Leumann.

Dennoch musste sie akzeptieren, dass es nichts wird mit einer Steigerung in der zweiten Saisonhälfte. «Das Gefühl im Rennen war deutlich besser, aber die Resultate nicht. Das war schon hart zu akzeptieren», gibt Leumann zu. «Ich war wohl doch zu optimistisch mit dem Plan, noch in dieser Saison wieder vorne mitzumischen. Heute bin ich zwar gesund, aber noch immer nicht fit.»

Olympia-Ticket ist noch nicht vergeben

Immerhin: Der Optimismus, den Katrin Leumann anfänglich verbreitet hatte, hat ihr geholfen, die Motivation hoch zu halten und die Hoffnung nicht zu verlieren. Auch wenn dies, je länger die Saison dauerte, aufgrund der stagnierenden Resultate immer schwieriger geworden ist.

Etwas Positives kann Leumann der ganzen Verletzungs- und Krankheitsodyssee aber dennoch abgewinnen: «Das Ganze kam immerhin früh genug, dass es mich im Hinblick auf die Olympiaqualifikation nicht zurückwirft.» Noch ist der zweite Startplatz neben Überfliegerin Jolanda Neff nicht vergeben. Der Selektionsentscheid fällt erst im Mai. Genug Zeit also für Katrin Leumann, sich vollständig zu erholen und in der nächsten Saison wieder anzugreifen – auch wenn die Konkurrenz im Schweizer Lager riesig ist.