Nachdem die Streckenbesichtigung am Samstag noch bei Regentropfen und matschigem Untergrund stattfand, passte sich das Wetter im Südtiroler Burggrafenamt dann doch noch dem Namen Sunshine Race an und zeigte sich von seiner besten Seite.

Die Strecke trocknete schnell ab und liess den verhangenen Samstag sofort vergessen. Katrin Leumann kam mit guten Erinnerungen nach Nals zurück. «Ich mag die Strecke hier. Der lange Aufstieg und die technische Abfahrt taugen mir sehr gut und die Anfahrt zum Ziel durch all die blühenden Apfelbäume ist einfach wunderschön», erklärt die Goldwurstpower-Athletin. Auf die Frage, ob sie ihren Sieg vom 2014 wiederholen könne, antwortete die Baslerin etwas zurückhaltend, dass sie wohl noch nicht in so guter Verfassung sei und sie noch ein paar Rennen brauche, um ganz vorne mitfahren zu können.

Dritter Zwischenrang konnte nicht gehalten werden

Anwärterin auf den Sieg war ganz klar Gunn-Rita Dahle aus Norwegen. Sie übernahm nach der Startrunde dann auch das Zepter und führte das Feld in den langen Nachtigallen-Anstieg, welcher sich in zwölf Spitzkehren den Berg hochwindet. Katrin Leumann reihte sich an dritter Position ein und versuchte zu folgen. Leider konnte Leumann die Position nicht bis zum höchsten Punkt halten und musste sich beim letzten ganz steilen Anstieg noch von zwei Fahrerinnen überholen lassen. In der langen Abfahrt konnte Leumann zwar nochmals aufschliessen, musste aber die zwei italienischen Fahrerinnen im Aufstieg wieder ziehen lassen.

«Ich hatte ein gutes Gefühl, versuchte meinen Rhythmus zu fahren und hatte auch immer im Hinterkopf, dass wir doch sechsmal die 200 Höhenmeter zu erklimmen hatten», sagte Leumann, «bei diesem Gedanken wollte ich nicht bereits in den ersten Runden überziehen.»

Der Kampf um den fünften Platz

Und diese Taktik zahlte sich aus. Zur Hälfte des Rennens sah es aus, als wären die Positionen bezogen. Leumann lag auf dem fünften Rang und wollte diesen unbedingt ins Ziel bringen. Doch bereits in der zweitletzten Runde bemerkte Leumann, dass die slowenische Fahrerin Tanja Zakelj – ihrerseits auch schon Gesamtweltcupsiegerin – mächtig Druck machte und von hinten aufzuschliessen drohte. Gehetzt von hinten, kämpfte sich Leumann noch das letzte Mal die Serpentinen hoch, konnte aber nicht verhindern, dass sie von Zakelj eingeholt wurde.

Durch das hohe Tempo im letzten Anstieg war es Leumann aber auch möglich, die Lücke nach vorne zu verkleinern und so gelang es ihr noch vor der letzten Abfahrt, den fünften Rang zurückzuergattern. In der Abfahrt machte sie nochmals ein paar Sekunden gut, konnte aber die Lücke nicht ganz schliessen. «Schade, dass es nicht aufs Podest gereicht hat. Ich konnte das Überziehpotenzial noch nicht ganz ausschöpfen, bin aber mit dem Gefühl und dem Resultat zufrieden», sagte Leumann nach dem Rennen.

Das Rennen wurde mit deutlichem Vorsprung von Gunn-Rita Dahle vor Elisabeth Osl und Tanja Zakelj gewonnen.