Wo beginnt das Übel? Zum einen heisst es, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Wenn man kann, dann entfernt man den Kopf und ersetzt ihn mit einem neuen. Das hat der FC Basel mit der Entlassung von Raphael Wicky und der Verpflichtung von Marcel Koller gemacht. Sinngemäss, natürlich. Man hat oben eingegriffen. Ein neuer Kopf, neue Ideen und einen neuen Spieler dazu. Der FCB hat sich gefangen. Vorübergehend wenigstens. Ins Rollen hat er freilich nicht gefunden. Das Aus in der Europa League, das enttäuschende Unentschieden im Joggeli gegen Thun zeugen von dieser Fragilität.

Aber eigentlich war die Frage ja, wo das Übel seinen Anfang nimmt? Man soll Probleme bei der Wurzel angehen – ein weiteres geflügeltes Wort. Die Wurzel, die Basis, das Fundament.» Eigentlich dachten wir, wir hätten nun mit Carlos Zambrano einen weiteren Innenverteidiger zur Verfügung. Jetzt ist aber auch er verletzt. Eine schwierige Phase für unsere Innenverteidiger und Goalies», sagt Marcel Koller nachdem 7:2-Torfestival gegen Erstligist Echallens. Anders gesagt: Die Mannschaft des FC Basel steht auf wackligem Fundament.

Die Verteidigung wackelt

Die letzte Erschütterung ereilte die Mannschaft am Freitag beim Abschlusstraining für die Auswärtspartie im Waadtland. «Es geschah nach etwa zehn Minuten beim Aufwärmen. Carlos wollte einen Ball spielen, ob er ihn nicht richtig getroffen hat, weiss ich nicht, ich habe es nicht gesehen. Aber er spürte einen Zwick», erzählt Koller. Zambrano fällt mehrere Wochen aus.

Der Peruaner ist der zweite von vier Innenverteidigern, der ausfällt. Vor knapp einem Monat erwischte es Captain Marek Suchy. Er musste an der Achillessehne operiert werden, fällt noch mehrere Monate aus. Dazwischen verletzte sich auch Goalie Jonas Omlin, er muss wegen einer Muskelverletzung mehrere Wochen pausieren. Dass er überhaupt zwischen den Pfosten steht, damit rechnete man eigentlich frühestens nächste Saison. Doch der Sevilla-Transfer von Tomas Vaclik wurde zum Karriere-Beschleuniger für Omlin. Man zweifelte, doch der Ex-FCL-Goalie überzeugte mit starken Leistungen – der Krise zum Trotz.

Das labile Herz der Defensive

Die Turbulenzen im defensiven Zentrum hinterlassen Spuren. Basel steht nach sechs Runden auf Platz 3 mit 9 Punkten und ebensovielen Gegentoren. Vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt lag der FCB zwar auch bloss auf Platz 3, hatte aber zwei Punkte mehr (also elf) und zwei Tore weniger (also sieben) kassiert. Und noch ein Jahr davor, unter Urs Fischer, wies er das Punktemaximum und ein Torverhältnis von 21:4 auf – weniger als halb so viele Gegentore und doppelt so viele Punkte.

Natürlich, das labile Herz der Defensive ist nicht das einzige Problem des FC Basel, aber es hat zur Verunsicherung der gesamten Mannschaft beigetragen. Gegen YB aber gibts wenigstens ein bisschen Besserung. Fabian Frei wird – sofern sich keiner mehr verletzt – nicht mehr in der Innenverteidigung spielen müssen. Eray Cömert wurde gegen Echallens geschont, weil er zwei Länderspiele gemacht und einen Schlag aufs Knie kassiert hat. Er kehrt zurück. In erneut neuer Besetzung darf es dann einfach keinen Wackler geben. Sonst wirds schwierig gegen den Meister.