Vor genau einem Jahr trat Sharks-Urgestein Stefan Voegele als Spieler vom Profisport zurück. Die Wahl zum Nachfolger im Captain-Amt fiel unter den Teamkollegen einstimmig auf Olivier Schäublin. Er soll die Mannschaft auf dem Eis als Anführer repräsentieren. Heute, ein Jahr später, trägt Marvin Frunz das «C» auf dem Trikot. Nach einer mehrwöchigen Verletzungspause kämpft Schäublin wieder um den Anschluss. «Olivier hat die Erwartungen zuletzt nicht erfüllt. Jetzt soll er sich wieder voll auf sich konzentrieren, deswegen ist es besser, wenn er mit dem Captain-Amt nicht zusätzlich belastet wird», sagt Trainer Dino Stecher.

Schäublin selbst gibt sich trotz des Rummels um seine Person gelassen – und will heute gegen die SCL Tigers (20 Uhr, St. Jakob-Arena) als Leader vorangehen.

Olivier Schäublin, wie fühlt es sich an, wenn nicht mehr Sie, sondern Marvin Frunz die Mannschaft aufs Eis führt?

Olivier Schäublin: Mir spielt das keine Rolle. Natürlich war ich gerne Captain, aber die Entscheidung über das Amt liegt nicht bei mir, sondern einzig und allein beim Trainer. Nur weil ich keinen Buchstaben mehr auf der Brust trage, heisst das nicht, dass ich mich als Spieler verändert habe. Meine Teamkollegen haben mich auf diese Saison wieder zum Captain
gewählt, das reicht für mich als
Bestätigung.

Trotzdem: von aussen wirkt der Wechsel wie eine Degradierung.

Ich sehe das anders. Der Respekt von den Mitspielern ist immer noch derselbe, an der Wahrnehmung innerhalb der Mannschaft hat sich nichts geändert.

Trainer Dino Stecher fand überraschend deutliche Worte für Ihre Leistungen in dieser Saison. Teilen Sie seine Meinung?

Es geht nicht darum, mich rechtfertigen zu wollen. Ich akzeptiere seine Meinung. Fakt ist, dass wir als Kollektiv einige Schwächephasen hatten, da blieben fast alle Spieler unter den Erwartungen. Auch ich. Wenn mehr von mir erwartet wird, dann soll es so sein. Jeder hat zurecht seine Ansichten und Vorstellungen. Mein Ziel ist es, alles für die Mannschaft zu
geben und vor allem – immer zu gewinnen.

War das Captain-Amt zu dieser Zeit eine Belastung für Sie?

Nein, gar nicht.

Sie haben wegen Ihrer Verletzung sieben Partien verpasst, fünf davon haben die Sharks gewonnen. Ein Lauf zur falschen Zeit?

Im Gegenteil. Die Erfolge des Klubs stehen an oberster Stelle. Wir haben es dank dieser Serie wieder in die Playoff-Ränge geschafft. Auch wenn ich nicht auf dem Eis war, man ist Teil der Mannschaft und kann immer seinen Beitrag zum Erfolg leisten.

Gegen die Tigers spielen Sie Ihr viertes Spiel nach der Verletzung. Haben Sie Ihren Rhythmus schon gefunden?

Ich fühle mich gut. Sieben Spiele Pause sind auf eine ganze Saison sowieso fast nichts. So gesehen, bin ich wieder auf bestem Weg zurück zu
alter Stärke.

Und damit bald wieder im «Amt»?

Es gibt deutlich wichtigere Ziele, die wir in dieser NLB-Saison anstreben müssen.