Schweizer Cup
Kein historisches Bruderduell und keine Sensation: Binningen verliert gegen Schaffhausen klar

Ohne Murat Yakin an der Seitenlinie verliert der SC Binningen in der 1. Cuprunde gegen den FC Schaffhausen mit 0:7. Das Spiel war bereits zu einem frühen Zeitpunkt entschieden.

Simon Leser
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Die Fans des SC Binningen nebeln zu Beginn den Platz ein.

Die Fans des SC Binningen nebeln zu Beginn den Platz ein.

Simon Leser

Dass in der Vorbereitung des Cupspiels zwischen dem SC Binningen und dem FC Schaffhausen nicht alles nach Plan lief, merkt, wer das Matchprogramm durchliest. «Murat Yakin war mein Idol», wird dort ein Binninger Spieler zitiert. Oder: «Ein Spiel mit zwei Brüdern als Trainer an der Seitenlinie gab es in der Geschichte des Schweizer Cups noch nie.» Ergün und Adnan Ercedogan, ihres Zeichens das Trainerduo bei Binningen, gegen Murat und Hakan Yakin vom FC Schaffhausen – dadurch wird die Affiche zwischen dem Baselbieter Verein aus der 2. Liga interregional und dem Challenge-Ligisten so richtig speziell. Denkwürdig. Oder eben: historisch. So zumindest der Plan.

Nur: Auch nach dem gestrigen Abend bleibt es dabei. Auf ein Brüderduell im Schweizer Cup wartet man noch immer vergebens. Denn Murat Yakin ist zwar auf dem Sportplatz Spiegelfeld anwesend, aber nicht dort, wo er vorgesehen war: an der Seitenlinie. Sondern neben dem Platz. Seit Montag ist er nicht mehr Trainer des FC Schaffhausen, sondern der Schweizer Nationalmannschaft. Ein überraschender Aufstieg, der sich für Binningen ein paar Tage zu früh vollzieht. «Es wäre natürlich besonders gewesen, wenn er im Einsatz gestanden wäre», sagt Marco Giani, Präsident des SC Binningen, vor dem Spiel. Ob die Vorfreude geschmälert ist? «Nein. Auf den Trainer des Gegners schauen wir sowieso nicht.» Und wenn der Blick doch mal dorthin schnellt, dann stünde ja noch Hakan dort. Die zweite Hälfte des ursprünglichen Yakin-Trainerduos. Auch er eine Schweizer Fussballlegende, auch er mit 177 Spielen für den FC Basel stark verwurzelt in der Region.

Dem Unterklassigen werden Grenzen aufgezeigt

Was dieser Hakan Yakin sieht, ist das, was erwarten werden konnte, ja erwartet werden musste, wenn zwei Mannschaften durch zwei Ligen getrennt werden. Nach 31 Minuten steht auf der Anzeigetafel nämlich das, was schon ganz zu Beginn dort stand, noch bevor das Spiel überhaupt angepfiffen wurde: 0:3. Ist es zu Beginn noch ein technischer Fehler, der aufzeigt, dass es im Schweizer Cup halt noch herkömmlicher zu und her geht, so ist es eine halbe Stunde später: Realität. Die Träume des SC Binningen, das Spiel möglichst lange offen zu halten, zerplatzen spätestens zu diesem Zeitpunkt.

Dabei beginnt das Spiel für das Heimteam vielversprechend. Kaum hat sich der Rauch, der durch Binninger Fans das Spielfeld einnebelte, verzogen, tritt der SCB einen Eckball. Doch wie der Rauch löst sich auch die Anfangseuphorie auf. Zuerst noch langsam. Und dann in einer Kadenz, die immer schneller wird. Nach sieben Minuten wird der Torreigen eröffnet, weil es dem SCB auf der rechten Abwehrseite zu schnell geht. Drei weitere Treffer später geht es mit einem 0:4 in die Pause. Gegen das Tempo, die Präzision und die Kaltschnäuzigkeit der Munotstädter kann der Unterklassige nichts ausrichten.

Mit dem klaren Halbzeitstand wird es in den Zuschauerrängen ruhiger. Zu einseitig ist die Partie. Zu früh steht bereits fest, wer in die nächste Runde einzieht. Dass es nicht zu einer erhofften und spektakulären Cup-Sensation kommt, von der Unterklassige vor dem Anpfiff jeweils träumen.

Während Schaffhausen auch nach der Pause den Fuss nicht vom Gaspedal nimmt und drei weitere Tore erzielt, stellt sich nur noch eine Frage: Gelingt dem tapfer kämpfenden SC Binningen immerhin noch der Ehrentreffer? So wie es ihm noch vor 14 Jahren gelang, als der grosse FC Basel zu Gast war. Doch an diesem Freitagabend gegen Schaffhausen soll es nicht sein. Immerhin sieht der Natitrainer dabei zu. Etwas, das in der ersten Cuprunde auch nicht alle Tage vorkommt.

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