«Die Ski funktionieren wie ein Förderband», sagt Patrick Menge und zeigt auf seine 95 Zentimeter langen Bretter, auf denen die Skischuhe befestigt sind. Fährt man den Berg herunter, so setzen sie sich in Bewegung, damit man nicht stehen bleibt.

Die Slalomski sind etwas kleiner, aber ansonsten sind die Ski für alle Disziplinen gleich gross. Allerdings wird in der Grasskisaison keine Abfahrt ausgetragen wie im Winter. «Das liegt daran, dass es dafür momentan keine Pisten gibt», erklärt der 23-Jährige. «Die Superkombination besteht bei uns aus Slalom und Super-G.»

Nach dem Rennen in die kurzen Hosen

Doch wie kommt man überhaupt in der Schweiz dazu, wo der alpine Skisport so populär ist, auf Grasski zu fahren? Er sei über Bekannte dazu gekommen, sagt Menge. Damals war er 11 Jahre alt.

Zuerst fuhr er im Winter als auch im Sommer Rennen, doch irgendwann musste er sich entscheiden, denn «zwölf Monate auf den Ski war einfach zu viel». Da er bemerkte, dass es für den ganz grossen Durchbruch im alpinen Weltcup nicht reichen würde, entschied er sich für den Sommer. «Es ist doch schön, wenn man nach einem Rennen in kurzen Hosen herumlaufen kann und nicht frieren muss», sagt er und lacht.

Einzug in die Top Ten gelungen

Erst gerade ist er von einem Weltcuprennen aus dem Libanon zurückgekehrt. Dort wurde in der Steppe eine Piste gebaut, welche dem doch etwas aussergewöhnlichen Sport zu mehr Popularität verhelfen soll. Denn die Libanesen gehören nicht gerade zu den führenden Nationen im Grassskisport. Doch für den Wirtschaftsstudenten ist ein Rennen an einem solchen Ort nichts Aussergewöhnliches. «Es gibt viele Rennen, die an einem etwas spezielleren Ort stattfinden. Wir fuhren auch jahrelang im Iran Weltcuprennen. Das macht für mich gerade den Reiz aus. Man sieht durch den Sport viel von der Welt», so Menge. Im Nahen Osten erreichte er in zwei Slaloms, in seiner Spezialdisziplin, wie er selbst sagt, jeweils einen zehnten und ein elften Rang. Damit gewann der Läufelfinger sein erstes Preisgeld der Karriere. Jeweils die ersten zehn Klassierten bekommen ein Preisgeld.

WM als nächstes Ziel

Normalerweise starten an einem Weltcuprennen zwischen 30 und 40 Fahrer. Letztes Jahr erreichte Menge im Gesamtklassement den neunten Schlussrang. «Dieses Jahr stehen noch die Weltmeisterschaften auf dem Programm. Das ist sicherlich ein Ziel, dort gut abzuschneiden», sagt Menge. «Ausserdem will ich in naher Zukunft auch meine gute Saison vom letzten Jahr wiederholen und in die Top Ten in der Gesamtwertung fahren.»